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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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Kirchen-Historie Altes Testamentes

wird mirs gehen, daß mich todt schlage/ wermich findet, u)

Weil ihm aber der HErr znm besondern Zeugnisund Exempel, gleichwie der Bosheit / also des Zorns,daö Leben fristen wolle, so pubUcirte er vor diejenige«/so Cain tödten würden / eine siebenfältige Straffe/machte auch ein Zeichen an ihn / daran jedermann ihn«nd den göttlichen Willen seinethalben erkennen konte.Was aber solches vor ein Zeichen gewesen, ist beydemStillschweigen der heiligen Schrifft nicht auszu-machen. x)

Diß nun, was bisher erzehlet worden, war der An-fang zu der grossen Trennung, welche Cains Nach-kommen , so seinen gottlosen Fußstapffen folgeren, iemehr und mehr erweiterten, dergestalt, daß sie um dieZeit der Geburth des Sohns Sech, vollende

Sberhand genommen. Denn,.da man in der FamilieSech angefangen den Gottesdienst öffentlich und ernst-lich zu treiben , so blieben die Cainiten davon weg,welche dahero Minder der Menschen genennet wur-den, weil sie nur bloß auf das menschliche oder irdischeLeben sahen, wie denn ihre Erfindungen, davon imvorigen Capitel Meldung geschehen, auf die Bequem-ligkeit und Wollust des menschlichen Lebens abaeziclctwaren; jene aber, die Gechiren , hiessen RinderGOtres,.weil fie sich des Gottes-Dienstes und einesgöttlichen Wandels beflicssen.

Unter den Cainiten ist sonderlich Lamech, dervierdrc von Hanoch, dem Sohne Cains, nach dessenNahmen Cain seine Stadt benennet, zu mercken-Er war ein Vater der drey Söhne Iabal, Iubalund Thubalcain, deren Erfindungen im vorhergehen-den Capitel angezeiget worden. Seine Tochter aberhieß LTsaemn, welches so viel heisiet, als schöne,weil sie ohne Zweifel von guter Gestalt gewe-sen. Moses führet sie nicht ohne Ursache an, ob erschon weiter nichts von ihr meldet, sondern ohneZwei-fel deswegen, weil sie angefangen mit ihrer Schön-heit die Kinder GOtteS zu verführen. Einige mey-nen auch, weil ihre drey Brüder zu besonderen Erfin-dungen geschickt gewesen, so habe sie auch einen witzi-gen Kopffgehabt, und vielleicht zu spinnen und zuwe-hen angefangen, v)

Besagter Lamech nun scheinet ein reicher und mach-tiger Mann gewesen zu seyn, wie denn sein Nahme,wenn die Buchstaben versetzet werden, » Kiellcb,

eine» Rönig anzeiget. Er nahm zuerst zwey Weiber,und führete damit, der ursprünglichen Einsetzung desEhe-Standes zuwicder, die pielweiberey ein.

Das zeitliche Glücke und Ansehen, welches Lamecherlanget hatte, machte ihn sehr stoltz und aufgeblasen.Davon erzehlet Moses ein Erempel, daß er zu seinenWeibern gesprochen: Ihr Weiber Lamech, Hörermeine Rede, und mercker, was ich sage: Ich

»,) 6cn.IV, IZ. 14 - x) Lonk. k>bIKV8 6at>l>IV8 loc-eil. -uc. c^i«. Itt-tt-MK8 6I>HKicV8 -6 d. r. -IV6V8'rV8kkLIkkLHV8,lind. vexrr. cenr. I. !o^. tz. 6en. I V, 17.

6ua5. U. IO-1LUI.>1V8 l.-1di6IV8 kiüor. eccl. rec. 1c-Ksm. p»ß. IZ. r) Lsnf. ie-H/tt .18 ki.

Mor. «ccles» vct. lclirm« »cl»r. 1> äiüksc^k. 4.

habe einen Lpann erschlagen mir. zur Wunden,und einen Jüngling mir zur Beulen. Cain sollsiebenmahl gerochen werden, aber Lamech sie-ben und stebenzigmahl. a-

Diese Worte verstehen die Ausleger vornehmlichauf zweyerley Weise. Einmahl, daß Lamech ebe« nichtwürcklich jemanden erschlagen, sondern nur geprahlethabe, wie er sich an denenjenigen, so ihn auf einiger-ley Weise beleidigen würden, rächen wolle.

Vor das andere werden gedachte Worte mit einerparspkrali folgcndergcstalt gegeben: Ihr Weiber La-mechs, nehmlich eines so grossen und angesehe-nen Mannes, höret das Geheimnüß, so ich euchentdecken will. Ich habe einen Mann erschla-gen, aber das gehet euch nichts an, es sst mirzur Wunde, ich nehme rille Gefahr aus mich.Ferner habe ich einen Jüngling erschlagen, dahabt ihr euch aber ebenfalls keine Gedancken dar-über zu machen, das kommt aufmich an, wennwas zu befürchten seyn solle, es ist mir zur Beu-le. Allein, es har ein vor allemahl gar nichtszu bedeuten, wenn »nein Groß-Ae.ter-Datcr Cain,der seinen Bruder erschlagen, siebenmahl soll ge-rochen werden, so wildes dem enigen,der mich,welcher nur ein paar unnütze Rerlen erleget, er-morden wolrechebenzigmahlstebenmahl vergoltenwerden, c) So groß nun war die Boßheit undThorheit dieses Mannes, daß er bey seinem Frevel GOttgleichsam zum Vertheidiger der Todtschläger machenwolle.

Wie nun an dem Beyspiele dieses bösen Lamechsdie Gottlosigkeit der Cainiten gar mcrcklich abzuneh-men : also ist kein Zweifel, daß fie sämtlich bey ihrenFleischeS-Lüstcn als Atheisten gelehrt, und weder nachGOtt noch Menschen gefraget haben, ä) Was siedabey vor Lehr-Sätze gcführet,isi leicht zu erachten,nemlich solche, wie sie ihrem Fleisch und Blut anstun-den. Sie spotteten des wahren GotteS-Dienstcs. leug-neten Himmel und Hölle, und verlachten die Gethi-ren, wenn selbige sie ermähnen und auf einen bessernWeg leiten wollen.

Endlich steckten diese räudigen Schafe auch die Se-thiren oder Rinder GGttes an, nachdem sich diesemit jener Töchtern verehlichten, wie im folgenden Ca-pitel bey der Sünd-Fluth noch wird berühret werden.

Noch dieses ist zu erinnern, daß die Cainiten voneinigen vor die ersten Reyer gehalten werden, weilsie nicht allein ein ruchloses Leben geführet, sondernauch die göttliche Lehre verderbet Hätten. Solches neh-men sie aus den Worten des Apostels Iuda, e) da-v von den falschen L- brern schreibet: wehe ihnen,denn sie gehen den weg Cain.

Man will auch ohnqefchrwissm, in was vorHaupt-Skücken die Cainitische Ketzer-Lehre bestanden, nemlich_, i.Jn

,) 6en. IV, 2;. 24. d) 6 vn 5 . -1 LLN LSliä, V-I'r-I-M.V8, IOä8NK8 cl.LKI6V8, ,Iiik,»e --I Ii. I. c) Vi>i.-I V-6 V 81 ?V 8 kkIUI-kMV8 vex^r. cenrur. i. I»c. >6. ^)Loü-

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üc. H. 8-