78
Kirchen - Historie Altes Testamentes
oder auch, wie wenig die Vernunfft nach erloschenerTradition von diesem Geheimnisse errathen können/bekannt gemachetwird.
Der ältesto heydnische Scribent/ welcher von derSchöpffung der Welt geschrieben/ ist 5 ^cttvniLr»c>n,ein Phönicier/ welcher um die Zeiten Gideons, desIsraelitischen Richters, soll gelebet haben, wiewohl ei-nige weder ihn noch seine Bücher vor richtig, sondernvor eine Arbeit des knii-oni; kiblii halten wollen. »)Seine lX. Bücher, so die Philosophie und Geschichteder alten Phönicier in sich begriffen, sind zudesKäysersLDkizn, Zeiten von kurtz benennten?nn.cE Liblici auSdem Phönicischen ins Griechische übersetzet worden.Nunmehro aber sind sie verlohren, und nürlragmenwbey dem rvsxsio p) und ?oai'n^kio g) übergeblieben,welcher letztere heydnische ?liiloloplm, z^ncttvrrrLrno.
vor einen glaubwürdig'en Scribenten hält, ohn-Leachtet dessen Nachrichten den Christen zu grossemVortheile gedienet. Was die Schöpffung betrifft, ister den Spuren Mosts, welcher unter dem Nahmen2-äLni-l, rusr», oder vnvvru bemercket wird, viel-fältig nachgegangen, nur daß er zuweilen das, wasrNosts klar und deutlich gesagt, nach Art der altenHeydnischen Philosophen,in ein Gedichte einhüllet. Alsomeldet er von dem der Nacht ähnlichen Weibe Lasu,welches bhnzweifel das 1:12, bvku, leere finstere LKao,'Mosis ist, daß daraus n'wkp, Xolpisk, die Grim-me des Mundes GOrres den ErstZebohrnen,nemlich Adam, und alle andere Dinge hervorgebrachtHabe.
Hiernächst sind die Scribenten, so rk-ogonizs, dasist, von dem Ursprünge der Götter, geschrieben, hier an-zamercken. r) Denn, daß sie darinnen nichts anders,als den Ursprung der Natur und der Menschen habenanzeigen wollen, ist von unterschiedenen erwiesen- Diesereden sonderlich viel von dem Lkaos, wie oben schon er-innert worden.
Die Nachfolger des uralten Thracischen Poeten undkbiloinpbi c>kk»ri sagten, die Welt wäre aus einemEy entsprungen, welches der Geist gleich alseine Henne erwärmet und belebet, biß daß Him-mel und Erden durch die Ausdehnung von ein-ander gesprungen. Merckwürdig pflegten auch dieAlten diesen Geist als eine Taube mit Gold-farbenenFedern über dem Ey sitzend abzubilden. 5)
äkmoT'Ll.e;, r) welcher sonst die Welt vor ewig hielt,schreibet doch an einem Orte r l»« -> 7-c
A»« Es ist eine alte )^ede und von
den Vorfahren unter allen Menschen Mrsgebrei-
rec, daß alle Dinge von GGtt und durch Gd)ttentstanden.
u) hält zwar die Materie der Welt, wie diemeisten heydnischen ?Uilc>lopbi, vor ewig, die Welt selbstaber in der Forme, wie sie ist, sey von GOtt in der Zeit,da es ihm gefallen, geschaffen worden. Weil auchGOtt selbst vollkommen gut, und im geringsten nichtneidisch wäre, so habe er die Welt so schön und daner-hofft erschaffen, daß sie von nichts, als ihm selbst wie-der vernichtet werden könne, welches er, nach seinerMeynung, doch nicht thun, sondern diß sein Merck iuEwigkeit bleiben lassen wolle.
Die Lpicirrsei glaubten, daß die ^komi, oder aller«subtilcsten Theilchen, so von Ewigkeit Her gewesen, dieMaterie zu den Welten gegeben, und wären selbige nurohngcfehr in solche Forme zusammengefallen, und miteinander verbunden worden. Die 8toic> hingegen sta-ruireten, es wäre die Welt, gleichwie GOtt selbst, demunvermeidlichen kro unterworffen, und also nothwen-dig , und von Ewigkeit Her entstanden, ob sie wohlmancherley Veränderungen erlitten, und immer einenach der andern hervor gekommen, x)
Die Schöpffung des Menschen betreffend, so meldety) er sey durch die Güte GOttes auö der Erdenhervorgebracht worden, und zwar mit dem Bilde sei-nes Werck-Meisiers. Diß hatte er theils durch die Tra-dition von den Hebräern, theils auch von seinem brae-ceplvre rockte gelernet, welcher aus dem künstlichenGebäude des menschlichen Leibes geschlossen, daß derMensch ein Merck GOtces seyn müsse. ?)
Diesem entgegen leHreten die pyrhagoräer, odervielleicht nur der einige ocei.l.v5 i^vcäxv; aus ihnen, a)daß es von Ewigkeit her Menschen gegeben Hätte, wel-cher Meynung auch Lkisrorei.k5 beygepflichtet, b)Wiewohl man findet mehr Nachricht von den Hey-den, daß sie den Ursprung der Menschen in der Zeit vorrichtig gehalten; nur in der Art und Weise, wie sie her-vor gebracht worden, sind sie sehr unterschieden.
Bald soll sie, nach den Poetischen Phantasien ?»o-lEurvr aus Leimen formiret haben; c) bald sind sieaus den Steinen, die Oevc^rio^ und sein Weibhinter sich geworffen, entstanden; 6) bald hat sie derlahme vvl.LLxvs ans Tages-Licht gestellek. e)k.UikLl)OdL8, ein berühmter Poet, pluloioplm;und lMoric»?, so über 400. Jahr vor Christi Geburtgelebet, hegte die seltsame Meynung, es hätte die gleich.
sam
0) Viä. ttLNicicV8 VOUV?Ll.LVi IN <j- vklv-
IO. ."cUöLizit. b^kXIOIV8 in kikUock.iii>. r. c»s>. 28- p) kraepuruk. Lv-Nßel. I,k. 2. rir. 10. UK. 10 -rir. n. <;) ve Lkliinenriu s c»rni. r) HO>1LicV8, ttULIO-VV 3 , LVItlklULS, LN8IV8, V^itO,OVl-
V 1 V 3 , rHV8 t-VteLLlIVL e/tk,V8, »UiLjue. Lonf. UV8L-»IVS pr-Lj-LNir. LvunK-I.UK. 2 .crp. 7 . 8- kL'tKVb»VLUVi ^lnecrn. qu.rli. I>b. l. csp. 5. s) VicI. vn. v. IO^-cttlkel. l.L«6IV8 in kiüor. eceies. verer. tea,m.x»ß. zz. r) UK.«k muuäv csp. 6.
u) in -nivlzk-o. X, Lonk. H30Vl^8 KVitiemV8, ürckscn-IgK. pkilotnssk. UK. 2.c,p. 1. OL!< KIVL-
In aillerkrrionibus pkilotoK. 6e äiemnncU öc rerum omni-um -isrul!, äillsrkuk. l- I^LOöV8 'tHOK1^8lV8 6e exuliionsmuniU 8cnics äiücrkiir. 2. ^2^ieiV8 1keiSIjLLttOVlV8 lli5-lcrtrr. äe verlracr crescionis »ckeir opp^Lk,. x) Innk»io, cklii^, nliki. r) Viö. in memorskül-
kur socir^ris UK. i. csx>> 17. ») Uk. iie nrrur» tiniuerü. Lnnk,
LLKI80Itl^V8 ä- -Ue nsrull. c.4. b) I8^^t?V8 V088IV8,vrr» munlli secste csp. 9. c) Lnnf. U^L1'^tI1'lV8 » inlU-ruk. kiiuin. UK.r.crp. II. 6) OVIOIV8 wettmnr^kol'. !>b. l.e) UL810OV5 oxer. ör gier. verl. bo.