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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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Kirchen. Historie Alkes Testamentes

wem er seine Verheißungen erhalten. In dem andernFalle kan es zur Erläuterung der göttlichen Weissa-gungen wenig Nutzen schaffen- weil sie entweder schonerfüllet gewesen - oder so sie noch bevorgestanden- gantzeinen andern Grund- als die Tradition, oder das An-sehen eines unbekannten Seribenten haben müssen.

Das letzte- wegen Erläuterung der Patriarchali-

schen Geschichte - kan eben so wenig als das vorherge-hende angenommen werden. Denn wer will vordre Er-zehlung eines solchen Seribenten, von dem man nichtsweiß, stehen, wenn man auch nur den geringsten Zwei-fel darüber erreget? o)

») Vili. b. 8VOVLV8, Isc. ric. psß. Z 2 Z- le<^.

Dcr II. I'LKIODVL.

Das l. Capitel

Von den Lehrern.

i.

Was wird in diesem Capitel vorkommen?

Viererley

I. Die Lehrer. ,

ri. Die andern Jüdischen Scrivsmen.

NI. Die Lehre.rv.xDie Vorbilder,

17.

Was vor Lehrer haben in diesem kerioäo

gelebet?

Diese führen inden vorhabenden Zeiten mehrentheilsden Nahmen der Propheten, Geher oder Schuuer;weil sie zukünfftige Dinge vorher sagen, und das Ver-borgene gleichsam sehen und schauen konten. Sie wa-ren priesterliche und unpriesterliche Personen, nndkön«en in folgender Ordnung bemercket werden.

X108k8

Ein Sohn Amram, gebohren im Jahr dsr Welt 24;;. stirbt2552. am 7. Tage deö 12. Monden, alt 120. Jahr.

Er stMNmete von Levi, dem dritten Sohne Ja-cobs von der Leg!, p) Sein Vater Hieß Amram ^der Groß-Vater Raharh aber war des obgedachtenLcvi Sohn. g) Seine Mutter hieß lOcMLkl),und war ebenfalls aus dem Geschlechte Levi ent-sprossen. r)

Gleichwie aber Mssts ein gar sonderbarer KnechtGOttcs seyn, und durch ihn gross« und wunderbare Wer-«ke ausgeführet werden soltenr also ließ sich die merk-würdige Vorsehung desicnigen, so ihn zu seinem Dienstrrkohren, gar zeitlich in feiner ersten Kindheit an ihmwahrnehme».

Es stufftzete damahlen, da er das Licht der Welt er--lickete, das Volck Israel unter dem grausamsten undgantz unmerffchlichen Joche des Egyptischen Tyrannenk17^k^OdH8, wie im vorhergehenden kcrioäo bereitsgedacht worden. Absonderlich qualeke dasselbe die un-uatürlich« Verordnung, daß alle ihre neugebohrneKnäblcin inö Wasser gewsrffen werden sollen. -Nichts deffowrmger muste der kleine X105L8, wel-cher GOkk lieb war, r) wunderbarer Weise erhaltenbleiben. Seine Mutter kome es unmöglich über dasHertz bringen , daß sie Las Wohlgestalt« und annehm-

p ) 6en. XXIX. Z4. q > k. ksrslsi,. VI, r. 2. z. i>) Lxock."VI, 2 v- Lonf. IO. MI^KOLX, commenk. in kencsc.

»t il. l. ») Lxoä- l, 1-6.22- r) VII, s r»

lich« Kind hätte aussetzen und dcr grimmigen Wuthder Egypker Preist geben sollen; sondern sie verbarg esso klug und heimlich in ihrem Hause, daß die nach-spürenden Feinde drey gantzer Monat lang nicht hin-ter die Geburt desselben kommen konten. u^)

Endlich, da sich die Sache nicht langer verhehlenlassen wolte, fasste sie den Rath, welcher ohne Zwei-fel mit gläubiger Hoffnung zu GOtt begleitet war,daß sie ein Kästlein von dem Rohr des Flusses, wel-ches man sonst anstatt des Papiers brauchte, und auchbey dcr Schiffahrt feinen Nutzen hatte, x^) verfertig-te, indem sie solches durch Iüden-Leim und Pech zu-sammen fügte. Sie setzte also den dreymonatlichenKnaben mit dem Kästlein an dem Ufer des Flusses indas Schilff, und ließ seine Schwester r-muLn von fer-nen Achtung geben, wie es mit ihm ablausten würde, y)

Es muste sich also fügen, daß die Königliche Prin-tzesslli, welche 7I.HV1V8 I08L?17V5 r) ineLkivrikl»andere aber a) oder xeiklän, nennen, an demWasser herab kam sich zu baden. Indem sie sich nunnebst ihren Aufwärterinnen einen bequemen Ort darznaussuchete, ward sie des KästleinS in demSchilffe ge-wahr, und schickte eine von ihren Dirnen dahin das-selbe aufzunehmen»

Nach hergebrachtem und eröffnetem Kästlein erblick-te sie ein weinendes artiges Knäblein, welches sie zumMitleiden und Erbarmniß bswegete, ohugeachret sie,vermuthlich aus der Beschneidung, erkannte, daß esein Hebräisches Knäblein wäre, d) welche ihr Vatersämtlich zu tödten befohlen.

Indem nun die Tochter lckiarao ihre Erbarmniß undZuneigung gegen das Knäblein bezeuget«, nähere sichdessen Schwester und that den Vorschlage

Man könte eine säugeudcHebräerm ruffen, welche dasKind nährcte und erzöge. Sie ward unverzüglich be-ordert solches ins Merck zu stellen, und da wüste siekeine bessere Säugamme Herbey zu bringen, als desKindes Mutter sebsten, welche diß Amt ausser Streitmit höchsten Freuden übernommen , nach den ausser-ordcntlichcn Umständen aber noch cineBelohuungvonderPrmtzeßin dabey verdienen muste. e)

Nachdem das Kind so weit Heran gewachsen, daß ferner keiner Amme und Wärterin benöthiget war,brachte man es der Tochter Pharao, welche ihm denNahmen Messe beylegte, und zwar darum, wie siesagte, weck sie ihn aus dem Wasser gezogen.

Ob der

u) Lxvil. II, 2. Oonf. ä<s.vil, 27 . X ) kl.MIV 8 , IMor.

nsrural. lib. t>Z. ^) Lxvä. N, 4. 4. r ) ,4nkic>u. lucisicsr.!ib. II. c. s ) , prssp.

Ze!. lib. IX. csp. 27. Llironicoo ^lexiinSr. d) Lxoä. II, §. 6.-c) Lxoä.II, 7. 8-K- ä) Lxaä- II, io.