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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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Kirchen - Historie Altes Testamentes

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mit dem Könige Iojakiin in die Babylonische Gefan-genschaft kam, wurde er von dcmOber-Cämmcrer desKöniges fTfebucadnezar dem Aspenas, Beisitzergenennet , welches so viel ist als : Schatzmeisterdes Baals oder des HErrn, 6) wie denn fTfebu--cadne^ar selbst bezeuget/ daß er nach dem Namen sei-nes GOtkeS also heisse / e) weil man damals denÜberwundenen andere Namen zu geben stflcgke.

Er war insonderheit aus dem Stamm Jluda, undsoll sein Vater ein Fürst zu Bekh.rbora gewesen seynundSabaan odcrZibeha geheißen haben, 1) befandsich mir unter denen, welche anf Befehl des KönigsNeblicadnezars ausgesucht wurden, aus den Kin-dern Israel von Königlichem Stamm und HerrenKindern, die nicht gcbrächlich wären, sondern schöne,vernünftige, weise, kluge und verständige, die da ge-schickt wären zu dienen in des Königes Hofe und zulernen Chaldäische Schrift und Sprache, g) Wiealt er gewesen sey, als er auf solche Weist ausgesuchetworden, ist ungewiß, doch setzen einige sein Alt r da-mahls aufzwölf,andere auf fünfzehen,andereaufachk-zehcn Jahr, welches letztere am wahrscheinlichsten ist.!,)Drey Jahr solte er mit seinen Gesellen am Königlichen Hofe also auferzogen werden, daß er in allerley Künsten und Wissenschaften unterrichtet würde,und seine Kost von des Königs Tisch bekäme, alleiner befand sich bey Zugemüse und Wasser gesünder, schö-ner und besser bey Leibe, als bey der Kost und demWein von des Königes Tafel, daher verordnete ihm-auch Melzar, welcher die Aussicht über ihn und seineGesellen hatte, auf sin ausdrückliches Begehren undVorstellung, Zugemüse und Wasser zu seiner Kost.>)GOkt aber gab ihm mit seinen Gesellen Kunst undVerstand in allerley Schrift und Weißhcik und inson-Derheit dieses vor seinen Gesellen, daß er VerstandHatte in allen Gesichten und Träumen, und so wurdeunter alle«, die mit ihm auferzogen waren, niemand,der ihm und seinen Gesellen gleich wäre, gefunden,und dcrKönig fand sie in allen Sachen, die er sie fragle, zcheumahl klüger und verständiger, denn alle Sternscher und Weisen in seinem gantzen Reich. K) DaBey beobachtete er allemahl die Gesetze, welche GOktden, Volcke Israel gegeben Hatte, gär genau, woltesich mit der Speise und Tranck des abgöttischen Köni-ges, welche meist den Götzen gchciliget waren, nicht.verunreinigen, I) und war sonderlich eifrig im Gebet, m)Einige wollen ihn vor einen Verschnittenen anögc-iben, n) weil Aspenas der Oberste unter den Ver-schnittenen genennet wird, oder unter den Lcmucbis,

a ) k». 1 , 7. - ) v-n. IV, 5. t) kk!?tt/EV8 Iil>. i.

kseref. 55. H01"k1de6kk. kHl»l. p 504.

1,4- ki) Okk^OV loe cie. p. 2ZZ. i> n-m. I, 15.6kOK6> 8I-K.kI1.IV8 im Daniel oder umständliche Rastnricht von desselben kehre und Löb, Jeden und Todt, nebstden meisten berühmten Auslegern dieses Propheten. NesLnisplirg 1725.8. tsp. 1, 11« K) I7s><. 1,19. 20. l, b-n.z, VI, 10. tgq. w lvsn.vi,. IX. z. Lc. n) 108k-kttV8. okitzknes. MkkObik>aV8. cvkreikk.»-rivL. ttVk11V8. ronk. LVVVLVS bitt. V. 1'.iow.u. x.

und von GOtt dem Hiskiä verkündiget worden, manwürde seine Kinder, die von ihm kommen würden,nehmen, daß sie mästen Kämmerer seyn am Hofe desKöniges zu Babel oder Lunucl», n) allein es habenandere dagegen angemercket, daß Daniel und seine Ge-sellen niemals Lunricbi genennet werden, p) daß dasEbräische Wort nicht allemahl einen Verschnittenenoder Lemucburn bedeute, und daß einige Hofbedienre Lu-nucbi genennet werden, die doch keine Verschnittenesind, g) wie denn auch Potipharvon den siebenzigDolmetschern und in demEbräischen selbst also genen-net wird, der doch eine Frau hatte, r) und daß end-lich selbst die Schrift nicht undeutlich bezeuget,daß Dame! Söhne und Töchter gehabt habe, 5^) da-her diejenigen allerdings mehr Grund vor sich haben,die ihn vor keinen Verschnittenen Halten , l) sondernüberhaupt vor einen Königlichen Bedienten und Käm-merer.

In dem zweyten Jahr des Nebucadnezars Reichszu Babylon nach seines Vaters Tode, als im Vierb«tcn Jahr, nachdem er Jerusalem das erstemahl einge-nommen hatte, bekam Daniel nicht allein freyen Zu-tritt nnd Erlaubniß um den König zu seyn, sondernda der König einen Traum harre von einer grossenBild- Säule aus unterschiedenen Metallen, und nie-mand unter allen seinen Weisen geschickt war, ihm denentfakenen Traum und dessen Deutung anzuzeigen,Daniel aber solches verrichtete, wurde er auch zumObersten Aufseher der Weisen und Stadthalker überdie gantze Provintz Babylon gefttzct, u) da er dennzugleich seine Gesellen Anania, Misael und Ajaria,welche nun auch andere Namen bekommen Hatten undSadract), Mejach uyd Abednego hiessen, mit Be-willigung des Königes zn seinen Unter-Skadrhalternmachte, und dieses geschahe, da crohttgcfähr zweyundzwantzigJahralt war. x)

Der Traum des LAeducadnezars und wie Danielsolchen angezeig'.t und erkläret Habe, ist in der Heil.Schrift nachzusehen, y) was er aber eigentlich bedeu-te, darüber haben sich die Ausleger nicht vergleichenkönnen, und es würde auch zu weitläuftig fallen, sol-chcs hier zu untersuchen. Die gemeinste Meinung ist,daß LAeduoadnez.rr das güldne Haupt sey, wie ihndenn Daniel selbst ausdrücklich also nennet, daß durchdie silberne Brust und Arme das grosse Persische Reich,durch den Bauch und die Lenden von Ertz, das Grie-chische grosse Reich, des grossen Alexanders, unddurch die eiserne Schenckel und eiserne Füsse die zumTheil mit Thon vermenget waren, das grosse RömischeReich, endlich durch den Stein der herabgerissen wardund das Bild zermalmete, Christus und sein herrli-ches Reich angezeiget werde, welches mit dem Ende

der

X) tck. XXXlX. 7 - V-N.I > 6. p) äMX! L8kä. KVV-VKV8 1 »c. cie. q) IIk.lK8lV8 Introst. in IlslioS.

( 7 . VI. r) 6cn-f. XXXVII, z6. ,) Xreck. Xl V, 14. 17.c) XlXKUK! 6klkk »6 V,».I, Z c/.k? 20 V. Inc. »c.p, 2Z8- ») vsn. II. x) ttVdlkttkk'r kKwk.-IVX Alt.und N- Testament in eine cannexion mit der benachbartenMlckttlHWie stom.r. >ih. r. p. 86. /) van. 11.