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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
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III. ?erioä. V. Osp. Von dem ausser!. Zustande der Kirche.

Augustus, der gar sehr vor sie sorgte, wicß ihnen Zim-mer in seinem eigenen Schlosse an, und gab Herodi,um seine Freundschaft und Gunst gegen ihn noch mehrzu beweisen, völlige Freyheit aus seinen Söhnen zumNachfolger zu erwehlen, welchen er wolte, schenckteihm auch Trachonitis,AuranitiS,uNd Vatanäa, weilZenodorus, der solche bisher in Pacht gehabt,die Räu-der neheget hatte, i) Nach diesem besuchte Herodesden Agrippam, des Augusti vornehmsten und belieb-testen Bedienten zu Mitylene, und versicherte sich derFreundschaft desselbigen , dahero als nachgehende dieGadarcner ihn bey dem Agrippa verklagten, ließAgrippq ihre Abgeordnete gefangen nehmen, undschickte sie dem Herodi zur Bestrafung zu , Herodesaber verziehe es ihnen vor diesmal um sie zu gewin-nen. k)

Im achtzehenden Jahr der Regierung Hersdis kamAugustus in Syrien gen Ankiochia , und Herodesbesuchte ihn daselbst, da meinten die Gadarencr und Ze-nodsrus, sie wolten mit Klagen wieder den Herodeindurchdringen, als sie aber sahen, wie freundlich ihm Au-gustus begegnete, erschracken sie, und verzweifelten aneinem glücklichen Erfolg ihres Vorhabens, daß sie sichselbst das Leben nahmen. Hierauf schenckte Augustusdem Herodi das Fürstcnthum Zenodori gar , !) undmachte ihn zum Aufseher in Syrien, daß die RömischenStadthalter ohne seinem Wissen nichts thun solten,gabauch seinem Bruder pherorä ein besonderes Fürsien-thum in diesen Landen. Zur Erkänntlichkeit wegen die-ser Gnade, bauete Herodes hernach Augusts zu Eh-re«, in Zenodori Landen, an dem Berge panium ei-nen prächtigen Tempel, von weisen Marmor, durchwelche abgöttische Schmeicheley und seine andere Zu-neigung zu den Heidnischen Gebräuchen, er sich die Ju-den gar sehr zu Feinden machte, m)

Ais er wieder zurück kam gen Jerusalem, fand er dieJüden sehr wieder sich aufgebracht, und ob er ihnenwohl einen Theil der Abgaben erließ, sie zu besänftigen,unter dem Vorwande, daß sie sich wegen der letzter« Pestund Hungers-Noth wieder erholen solten, so wolte dochdieses auch nichts helfen, daher mustc er allem Übel zusteuren, endlich alle Zusammenkünfte zu Zechen und Ge-lagen ihnen verbieten, auch überall seine Spions Ha-ben, ja er gierig selbst verkleidet unter die Leute zu erfah-ren, ob sie etwas wieder ihn vorhätten. Endlich such-te er sie durch einen Eid zu verbinden, daß sie nichts wie-der ihn zu unternehmen sich gelüsten liessen, von wel-chen aber doch HiUels und Schammai Anhänger ver-schonet blieben, wegen der Hochachtung, welche er in-sonderheit gegen diese Männer Hatte , desgleichen«nch die Essäcr, weil ihm in seiner Jugend von einemWer, Namens Menahem, das Königreich war pro-phezeyck worden, n)

Da er auf solche Weift sich Ruhe geschafft, nahmer sich vor den Tempel zu Jerusalem zu bauen,wie wir

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bereits oben angezeiget haben, ») und nachdem er dazuvsrtrefliche Anstalten gemacht, fieng er den Bau mitErnst an, und setzte ihn mir grossen Eifer und vielemKosten fort. p) Im zwey und zwanzigsten Jahr seiner:Regierung gieng er zu Schiffe gen Rom, Augustuurund feine Söhne Alexan-rum und Aristobulum zwbesuchen , unterwegens hielt er sich in Griechenlandauf, und war mit bey dem hundert und ein und neun-zigsten Olympischen Spiele,als Präses, und weil er ja»he, daß diese Spiele, wegen der Armuth der Elidenftr,nicht mit solchen Pracht gefeyret wurden wie sonsten,machte er ihnen gewisse Einkünfte aus, damit sie Hin-führo prächtiger könten gehalten werden, weswegen erLebenslang zum Präside derftlbigen erwehlet wurde. q>Zu Rom nahm ihn Augustus sehr freundlich und gü-tig auf, und weil er ftine Söhne in allen Römischen:Kriegs-Ubungen und Wissenschaften sehr geübt fand,nahm er sie mit sich in Judää , und verhcyrathcte siebald darauf und zwar Alexandrum mit Glaphvra,Archclai Königs in Cappadocien Tochter, und Ari-stobulum mit Derenicen seiner Schwester Salom«Tochter, r) Jmmittelst gieng auch der Bau des Tem-pels immer gut von statten, daß das vornehmste daranin zehndehalb Jahren fertig ward.

Als im drey und zwanzigsten Jahre seiner Regienrung,Agrippa wieder in Syrien kam,bat ihn Hero-des in Judäa zu kommen, nahm ihn mit vielen Ehren-B.zeugungen auf, zeigte ihm die nengebaueten Städ-te und Schlösser, und empfieng ihn mikgrossem Prachtzu Jeruftlem, woselbst Agrippa in dem Tempel eineHecatomben opferte, und das gantze Volck tractirte,hernach kehrte Agrippa wieder zurück. Herodes be-gleitete ihn folgends in seinem Hecrzuge wieder dieBosphorier, und bat bey dieser Gelegenheit vor die Ju-den in Jouien viel Gnade aus, so dann kam er wiedergen Jerusalem, und erzehlke dem Volcke, was er aufseiner Reift gutes ausgerichtet hätte, und erließ ihnenferner den vierdten Theil aller Tribute und Abgabe«,dadurch sie nicht wenig erfreuet und ihm gewogen ge-macht wurden.;)

Im fünf und zwanzigsten Jahre seiner Regierung,hatte er Unruhe mit seinen Söhnen von der fllari.ramne, Alexandro und Aristobulo. Diese junge Her-ren mochten sich haben verlauten lassen, daß sie den Todihrer Mutter dermaleinst an denenjenigcn rächen wöl-ken, welche schuld daran wären. Weil nun pherora«Herodis Bruder und seine Schwester die gottlose Sa-»lsme sich dieses anzogen, waren sie auf ihren Untergangbedacht, und brachten ihre Reden alle so verkehrt an beyHerode, als wenn sie dergleichen auf ihn geredet hät-ten. Dadurch wurde Herodes aufgebracht, daß ererstlich seinen ältesten Sohn Antipamun, der bisherin der Stille hatte leben müssen, an den Hof zog, undihn oben an setzte, über die beyden Bruder, auch ftineMutter Doris, von der er sich geschieden Hatte, als erVyy 2 die

0) s». 409. p) ?KIOK^VX loc. cn x. 745. 747. 4) 10-

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