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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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Klrchrn-Histsrie Neues Testamentes

dem Haupte, welche rnan allezeit bey den Rie-chen aufzubehalten pfleget , und alsdenn wirddas Hochzeit-Lest gewöhnlicher Massen begangen.

X.

Welches sind die übrigen Ceremonien?

Der Aberglaube mit den Reliquie»/ welcher mitnicht geringem Eifer auch in diesem Seculo fortgesetzetworden. ES kamen fast täglich neue Reliquien jumVorschein, und wurden in die Städte und Haupt-Kir-chen gebracht, welche dadurch ihre Stifftungen , und,wie vorgegeben ward, den Grund aller ihrer Wohlfartherhielten, zu dem Ende suchte man die Leiber der Mär-tyrer mit Gebeth und Fasten , worauff sie sich sofortdurch Erscheinungen und Wunder zu erkennen gaben,y) wie solches dem einfältigen und blinden Volcke weißgemachet wurde.

Die Gesandten caac>i.l brachten die Leiber desMärtyrers Lypttsm von Carthago, und desScykita-nischen Märtyrers 8peraci, wie auch das Haupt kanca-leoni; von dem Arabischen Fürsten mit sich nach

Franckreich. r) Man meldet von den Erfindungenund Wundern der Märtyrer-Corper klärceilmi und ke-rn, a) dein Leichnam Lregorii kvl. den man noch nach-2o.Jahren an seinem Gürtel erkannt hatte. K)Sonderlich sind die Erfindungen und Versetzungender Reliquien des Evangelisten Klarci und des Apo-stels Iscobl des Grösser» berühmt. Die erstem lagenzu Alexandrien inEgyptcn (Siehe oben 604.) Jn-»em nun unter der Regierung des Küysers rcom;»iMi, als der Hertzog zu Venedig lv5-cmi»uv8hicß,ci-ne Venetianische Kaussarthey-Flotte ohngefehr nachAlepandrien verschlug, da ihnen sonst verbothen war da-selbsthin,als an einen Saracenischen Ort zu handeln:so besuchten die Kauff-Leute fleißig die Reliquien desH. Klare,, und beredeten endlich die Aufseher derselbengar, den Leichnam listig zu entwenden , und auf ihreSchiffe zu bringen, wie auch durch mancherleySch'bäncke angegangen. Die Fabeln hierbei) erzchletL/ZKOKNV8 c) aus den Tafeln der Bakicanischcu Bi-bliotheck. Die Uberbringung dieser ungewissen Reli-quien haben zur Erbauung der prächtigen Kirche 8.klaret zu Venedig Gelegenheit gegeben.

Iscobu; klaior soll, wie doch keinVernünfftiger glau-ben wird, nach seiner Enthauptung auf ein Schiff ge-bracht, und in Gaklicien nach lriam klauiam, welchesnachmahlen, ohnzweifel von lacobo ^poüolo, denNahmen Lompollella bekommen, versetzet worden seyn.In diesem 8eculo nun wird vorgegeben, daß unter demAönige in Gallicieu Li.?no^ro ca5^o ein ungewöhnli-ches Licht über der Hecken gesehen worden, darunterder Leichnam vergraben gelegen. 6) Diß habe demBischoffe inxoooiEo daselbst Anlaß gegeben die Sa-che zu untersuchen, da denn unter vielen Anzeigungen

X) 8KKONIV8 »ä c.8l6. n»m. 5). 826. n.7. ,Iidi., 8l6Lkk^V8 »6 »». 802. KOldttt^kvVä >» "ik-^Ol-l. ») «l« lttasl-cioas L u,Ir,cu!ir 8.

8. t^ircellml S: ?ekri libii IV« K^.ItOdIlV8 »6 k. L 826.k) l«l°m ,ä k. C. 8 r 8 . num. Z 4 . 5-gg. e) ,ä Iso.läe« »ä c. Zlü. u. 50. kyg.

und Wundern der Cörper l-cobi entdecket worden.Die nützlichste Würckung solcher Erfindung war dieErhebung des Stuhls zu Compostella, welcher nachund nach über alle Spanische Ertz-Bißthümer unmit-telbar unter den Päbstischen Stuhl gesetzct ward, unddie ungemeinc Bereicherung der dasigen Kirchen durchdie überhäufftcn Wallfahrten, so noch bis auf den Heu.tigen Tag dahin geschehen.

Anno 842. solle» auch die Reliquien des Apostelskarlkolomaei aus den Lipariranischeu Jnsuleu nachBenevent kommen seyn. c) Andere viele übergehetman mit Willen.

Das übrig« abergläubische Wesen will ich nur kürtz-lich berühren, als das Wallfahrten, weil man mey.nete, es sey ein Ort Heiliger, als der andere, und mankönne an einem Orte mehr Gnade erlangen, als andem andern; die Opffer vor die Befreyung der See-len aus dem Fegfeuer; die Eydschwüre bey den Reli-quien, welche aber kab-nu! klauru; in dem Briefe ankeßinbslclurn mißbilligte; t) die Probe der Unschulddurch Feuer oder heisseö Wasser, da man entweder ei»glüeudeö Eisen in die Hand fassen, oder die Hände insiedendes Wasser stecken muste: sahe man nun keineVerletzung, so ließ man den Beschuldigten gehen- ß)Das III. Capitel

Vom Kirchen - Regimente.

i.

Was wird in diesem Capitel vorkommen ?

Viererley:

,. Die Rirchen-Aeinter.r. Die Riechen-Zucht.

;. Die Versammlung der Geistlichen.

4. Die Gewalt der Obrigkeit in Rirchen-Sachen.

n.

Was ist von den Kirchen-Aemtern zuerinnern?

Hierbey siehet man

1. Auf die Amichristifthe Herrfchasst und Tyran-ney des pabftes, welcher sich das oberste Amt inder Kirchen heraus genommen Hakte.

2. Auf die Aemter und Verrichtungen der an-dern Rirchen-Bedienten.

lil.

Was ist von der Antichriftischen Herrfchasstund Tyranncy dcöPabstcöanzu-mercken?

Ein vieles davon kau schon aus den LebenS-Beschrei-bungen der Päbste abgenommen werden. Sie ersire-ckere sich zuvorderst über die Kirche, und denn auchüber den politischen Zustand in der Welt.

In der Kirchen nahm er sich heraus, alle Lehrennach Gefallen zu billigen und zu verwerffen, wie ausden Decreu; dcöPabsiS dnc. 01 .ül b- und andcrerer-

hellet.

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kl-8-». ce..c, 9 c 6. ß ) KVk.d1HK'V8 lw.4. d)c»l)e».LoacU. riLkpVIdll Tom. 5, 119, leg.