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Kirchen-Historie Neues Testamente-
Der Srollz der Prälaten und anderer Liencorumwargantz unerträglich/ welcher sich auch durch ihrenKleider-Pracht vorstellig machte, darüber der Käysercä«oLv; iv. auf dem ReichS'Tage zn Mäyntz gegen denPäbstlichen Legaten Beschwerde führete, zugleich einembeziehenden Lanonico dV^VXl von Lalckensieinseinen kostbaren mit Gold und vielen Bändern auS-staffireren Hut nahm, ihn sich selbst aufsetzte, und sagte:Dtn ich mm darinnen nicht einem Dfticierer ähn-licher, als einem Geistlichen ? auch gegen denErtz-Bischosf Gerlach von Müyntz beyfügende: HerrErrz-Bisthost> wir befehlen euch unter der Treue,damit ihr uns verbunden styd, daß ihr eure Geist-lichen eeforn iret, und den Mißbrauch derselbenin Zxleidern und ihrer qanqen Lebens-Art auf-hebet. wollen ste nicht folgen, so lastet ihnendie VPuyungen von ihren Beneficien einziehen,und in unsern kncum bringen, so wollen wir steweit besser anwenden, k) Von ihrer Herrfch-Sucht sind gleichfalls Klagen gnug vorhanden, l)Von den Cardinälen meldet einer, m) daß seitdemdie Päbst« ihren Sitz zu äuignon genommen Hatten,so wäre bey denselben alle Zucht und Gottesfurcht ver-schwunden , hingegen Herrscheken die drey Wurtzckn al-ler Laster, Hochmuth, Geiy und Wollust auf daskräfttigste.
Wie schöne die Bischöffe hauß gehalten, würde zuerzehkcn viel zu weitläufftig fallen. Nur einige Epem-pel auzubringen, so war es Schande gnug, daß derBischoffzu Angspurg Anno rzz<-. seinem Wohlthäter,bey dem er cingekehrct war, die Tochter entführckc.Die Kriege des Ertz-Bischoffs von
Magdeburg zeigten freylich einen schlechten JüngerChristi an. Ein anderer bestochener Bischoff konte eszulasse», daß ein Meß-Pfaffe durch eine mitBlutge-füllcte Hostie die einfältigen und tumen Leute ästete, n)Man sahe die Lannnicor und andern Geistlichen imCöore, wenn ste bethen und singen sotten, zusammenschwatzen, lachen und kickern, daß man das Geräuschevon weitem hören konte. o) Aus diesem kau mannun die Andacht und Tüchtigkeit der CleristyzurGnü-ae bemcrcken.
X.
Wie war die Kirchen-Zucht beschaffen ?
Man mcrckck hierbei)^
1. Die Zucht mit den Sündern.
2. Einige andere Gebrauche und Anstalten.
XI.
Wie gieng man mit den Sündern um ?
Hi.her gehöret das Gedicht, so ?»enüemi->.
genennet wird, und in Sem l. Capit- in der XU.Frage angeführet worden. Denn daraus lässet sichschliessen, daß theils nur diejenige vor Sünder erken.riet wurden, welche der Clerisey etwas zuwider tha-ten, und also ?oenüentzien übernehmen mustcn, theils
ic > korLtipoimen» Vrß»c»s>enf! p. z6r. K20VPV8 »ct57 -n.Z. l) ,n. VZ 28 - n. 29.' « )I>sr-lipv!n. Vrlj,e>8
s. 545. n) U0?"I M6LKV8 kM. Kcel. s-c. 14. P.7L6.
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die Kirchen - und Beicht-Zucht nur ein Popantz vordas gemeine und tummeVolck gewesen, da indessendie Pfaffen selbst nur damit gespielet.
Die Ablaß.Crämerey di'cnete zu nichts, als dieLeu->te ums Geld zu hetrügen und ste zu mnthwilligen undsichern Sündern zu machen.
XU.
Was hat man noch von andern Verord-nungen und Anstalten zu mercken ?
Folgende:r. Die Schulen.
2. Die Bibliorheckm. ,
z. Die Kloster.
XUI.
Wie sahe es um das Schul-Wesen in die-sen Zeiten aus?
In diesem 8eculo fiengen die guten Künste undWis-Anschafften an einiger Massen in Italien und im Occi-denk wieder empor zu kommen. Hierzu Gaben dieGriechen, welche sich vor den Türcken nach Italienretirireken, nicht wenig Gelegenheit. Denn da unterselbigen unterschiedene geschickte Leute waren, welchesonst von nichts als ihrer Gelehrsamkeit leben konten, sofiengen sie an die Griechische Sprache nebst andernWiffenschaffken darinnen zu llociren. p)
Der erste, so den Italiänern Lust hierzu machte,war LickHbIVLb eiu Edelmann von
Constantinopel, welcher von seinem Käyser 1 ouLr 1 .iLnach dem Occidcnk geschickt ward, Hülffc von ihm zuprcscuriren, aber endlich bey den Troublenmit -rLiLLL-I.LUL und LLlLreru keine Lust Hatte wieder zurücke zukehren, sondern Anno 1597 . zu Venedig und an andernItaliänischen Orten Nocirete, wie er denn untcrschione damahls berühmte Leute gezogen, als HKHIblVtck?066IVl<1, und andere, g)
Zu der Verbesserung der Lateinischen Sprache mach-te kkäblQ8cV8 PLIK-Zkcttä den Anfang, davonoben bey den christlichen Scribentcn nachzusehen, wel-chem denn L0LäLciV8 in diesem 8e-
culo gefolget.
Es ist auch LbLXlkb!8 V. in diesem Stücke seinesLobes nicht zu berauben, daß er durch sein Decrct aufdem Loncilio zu Vienrie zu Beförderung der gelehrtenSprachen Anlaß gegeben, Krafft dessen auf allen Uni-versitäten das Hebräische, Arabische und CHaldäischegetrieben werden solte, damit man Leute haben möchte,welche den ungläubigen Juden und Saracenen pre-digen tönten, r)
Inzwischen blieb die Theologie noch in ihrem Ver-derben , und man hörete von nichts als allegorischenund mystischen Erklärungen der Schrifft, welche in derThat lauter Träume und Hirn-Gespinste waren, dar-aus weder Krafft noch Saffk in den Seelen einflieffenkonte, weil man das Heilige Wort nicht in seinem ei-gentlichen Sinn und Verstände gebraucheke, sonders
dre-
p) KVcNttOt-LKKVS »6 sn. IZ99. g) k>äVI.V8 10 -VIV8 in elaß. c-n. 2Z. 8kO>MädiV8. LVcttttOb2kikVL(-LMMV8 in bibt, r) L2VV1V8 sä sn. IZI4- n.4.