XlV.8ecuIum. V. Op. Don dem äustcrl. Zustand der Kirchen Occident« lZ)9
Franckfurt den so. Octobr. i;t4. wählen, und daraufzu Aachen crönen, da indessen die andern ChurfürstenkKlvMILVkl von Österreich Hu Sachfenhause» beyFranckfurt eInenneken, und der Ertz-Bischoff von Cöllnzu Bonn zum Käyser salbeke. o)
üVV0Vl(i.V8 wird zwar von der wiederwärtigenund fonderlich Italiänischen Parthey vor einen garunwürdigen Käyser, und der nicht einmahl Lateinischlesen können, angegeben: allein es brauchen solcheLü>gen keiner Widerlegung, ich indem vielmehr aus denwahrhafftcn Urkunden erhellet, daß er ein großmüthi'ger,tapfforer und kluger Herr gewesen, der sonst gerne inRuhe gesessen hätte, wenn ihm dieselbe wäre gegönnetworden. Nur tadeln einige an ihm, daß er im Kriegezu Hitzig, und in Beobachtung der Gerechtigkeit zulangsam gewesen. Sonst Hatte er eine ansehnliche undgeschickte'Pcrson, etwas röthliches und dünnes Haar,muntere und lächelnde Augen, und eine spitzige Nase.Im Umgänge war er zu Lust und Schectz geneigt, undbey den Mönchen und Nonnen in seinen Landen warer sowohl angeschrieben, daß sie auch seine Messer,Servietten und dergleichen als Heiiigthümcr in Eh-ren hatten, g)
An kkMMlLO rühmetman seine schö-
ne Gestalt, wirfst ihm aber eine allzugrosse Ehr. Be-gierde und Herrschsucht vor. Seine gute rewlmionund merckwürdige Tapsserkeit erhellet aus seinen Tha-ten, urw er würde dcsKäyserthnms eben nicht unwür-dig gewesen seyn, wenn ihm das Glücke selbiges hät-te gönnen wollen, r)
Indem aber durch solche gedoppelte Wahl nothwen-dig ein grosser Zwiespalt im Reiche erfolgen muste,da einige diesem, andere jenem anhiengen, so sahemandavon viel bedaurenswürdige Folgen; weil einePar-they der andern möglichsten Abbruch zu thun befliessenwar. Die Schwerer rüsten sich bey der Gelegenheit^völlig vom Deutschen Reiche ab, 5 ) und in diesemzogen sich die Käyser lange Zeit mit einander herum,bis die Schlacht bey Mühldorff unweit Oetkingen An-,10 1Z22. den Aueschlag gab.
Iir dieser föchte dK.ll)MIL V8, dem doch Ludewigan Mannschafft überlegen war, recht löwenmüthig,und soll mit eigener Hand bis 50. Personen erleget Ha-ben, es sahe auch vor Ludwigen schon sehr schlechtaus, wo nicht der Bayrische Gcneral Gchwepper-mann die List zu Hülffe genommen, und die luumionder Schlacht so verändert hatte, daß die OesterreichsWind und Sonne in die Augen bekommen musten.Nebst dem commanilirete er den Burggrafen von Nürn-berg unter Oesterreichiscken Fahnen den Feinden in denRücken, welche sie vor Hülffs-Völeker haltende, nichteher ihren Irrthum erkannten, bis sie derselben Waf-
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fen nachdrücklich fühletcn, und damit in völlige Un-ordnung und auf die Flucht geriethen. t)
Der Käyser Friederich ward selbst gefangen, undvon bVvOVILO mit diesen Worten angenommen:Mein Vetter, wir sehen euch gerneWogegenaber Friederich nichts antwortete,"und folgende aufdas Schloß Traußnitz in Verhafft gebracht wurde. e^
Inzwischen war die Unruhe hiermit noch nicht ge-Hoben, weil sich kKIVkKKN Bruder rr.vi-oi.OV8 derGlsrwürdige auf alle Weise gegen ÜVOOVILV^jetzctc, die Loslassung des Gefangenen damit zu er-zwingen. x) Indem nun auch der Pabst sehr böseüber dieser Gcfangenschasst that, als der die Sachevor seinem Gerichte wolle ausgeführet wissen , undsonst noch viel Fürsten mit ihren imerceLsioniKm ein-kamen, erließ Ludewig Lriederichen Anno iz-5«der Verhafft, nachdem dieser dem Käysirthume durcheinen cvrperlichen Eyd renuriciiret hatte. 7)
Die Händel mit dem Pabste machten ÜVOOVIOOam meisten zu schassen. Denn lonxnnes xxn. prserso-cliiLrc, daß die Aayferlichs Gewalt und Würde,ja, das ganeze Recht des Reiches auc!> im wclr-lrche'i unter dem pabste stünde, und niemandkönne sich als einen I^äyser auffuhren, bis seinewabl von dem sogenannten Apostolischen Stuh-le wäre geheiliger worden, r) Er cmrcte also denKäyser pcremcolis, ihm di'ßfalls Rede und Antwortzugeben, und da dieser das antichristische Ansinnenverachtete, muste er den Bann.Donner über sich alseinen Ketzer ergehen lassen, g) Es verhetzte auch derzornig: Pabst nicht nur die Ocsterreicher, sondern auch>die Ikaliäner, soviel er wüste und konte, an den Käy«!sir; l>) wiewohl unter diesen letztem nicht wenig,undsonderlich die Meyländer bVOOVILVXI inuiui-ckeunach Italien zukommen, c) welches auch geschahe,wobey der Käyser nicht nur zu Meyland, sondernauch zu Rom gccrönet ward, auch mvoi^vLi v. zumPabste verordnete. 6)
Unterdessen fuhr der Pabst mit feinem Verbannen,Verketzern und Absetzen fort, e) wogegen ihn aberder Käyser auch nichts schuldig blieb, und ihn in einem8/nvtlo zu Rom vor einen 8cbiimsncurn und Ketzererklären ließ, auch seine Bosheiten und Gränel ziem-lich aufdeckte« f) Es Harren überdiß die Stände schon
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