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Kirche. - äZistorre Neues Testamentes
gewahr, und fragte ihn, wie er hierzu gekommen t undals er sich die unverschuldeten r-» erz»hlen lassen, machteer ihn lost, und nöthigte die unbesonnenen Edelleute all<s
ZU relricuiren» !
Hierauf setzte er s ine lluäia mit grossem Eifer fort, undward wegen feines zunehmenden Ruhmes von dem Käy-ser bey seiner Durchreife durch Ingolstadt
gewürdigct, von den Kayserlichen Händen selbst zum Poe-ten und Redner gecrönetzn werden. Bald daraufcrlang-te er die Ickokcchonem cl(,cu'.emiae und i^eieos, wiewohler sich dabey auch aufdie Theologie legte, und bey Unter-suchung der damahls angehenden Religions-Streitigkei-tcn o'. ^ukko rechfgab, wodurch er aber feinem Patroneuccio nothwendig znwicder seyn muste.
Diescrwegcn begab er sich nach Augspurg, allwo ihn derRath und die Gemeine zum Prediger bestelletechey welchertunüion er nach der Lehre gegen die Mißbräuche
des Pabsrchums prägte, uud selbige abschaffte, auch mirLccio conrrousrciiKte. Er psiantzte das Heilsame Workdurch gantz Schwaben fort, blieb dabey nicht ohne Ver-folguna, die ihn nöthigte, Augspurg zu verlassen, wiewohler bald wieder zurück beruffcn ward, hielt es aber in demPuncte vom Abendmahl mit rviu-ria», mit welchem ercorrelpoiMirete: Daher UV 1 '»lAdV 8 , g) welcher einegrosse Hochachtung vor ihn hatte, hertzlich wünschte, GOttmöchte ihn dißfalls zurecl-te weisen.
Es erlangte auch solcher christliche Wunsch nach wenigAahrcn seine Erfüllung. Denn als der Reichs-Tag zuAugspurg Anno l;zc>. gehalten ward, gericth er in drcBckanntschafft und Gnade des HertzogS Ernsts von Lu-neburg, welcher ihn zum General-8uperimenclsmen sei-ner Lande mitnahm. Unterwegenö besprach sich KL6IV8zu Coburg mündlich mit rvrnLko, und ward durch ihnvon der Wahrheit m dem Artickel des Heil. Abendmahlsvöllig überzeuget, gestund auch, er Habe zwarallezeit hochgehalten, mmmchro aber erst befunden, daßer nicht feines gleichen hätte, nachdem ihm seine Gegen-wart und nachdrückliche Discurfe eröffnet, was keineBriefe würden baden thun können, r)
Sein wichtiges Amt verwaltete er mit grosser Treueund mit einem standhafften Eifer, durch welchen er dasEvangelium im Lüncburgischm und Hannoverischen aus-breitete und bestätigte. Wegen seiner Gelehrsamkeit undFrömmigkeit war er allen rechtschaffenen Leuten, sonder-lich aber seinem Hertzoge, lieb und angenehm. Das Lobder Aufrichtigkeit, Klugheit und Beredsamkeit hatte ihmLK/.8^1V8 r) schon zu Ingolstadt gegeben.
Er wünschte sich allezeit einen plötzlichen und sanfftenTod, welchen ihn, GOtt auch wiederfabren ließ. Vonseiner Ebe-Frauen 'Amur weistbruckcrin, welche erzu Augspurg gcheyrathet hatte, und so gelehrt war, daßsie auch die Hebräische Sprache recht wohl ve^and, wur-den ibm i z. Kinder gebühren, darunter der Sohn LE.51-V8 K 6 LIV 8 des Vaters Schrissren gesammlet und zuNürnberg drucken lassen, r- Man mcrcket sonderlich
q) 1°vm. 2. essüt. p. Z2Ü. r) tt. L. ?. 2-p.
I 2 t> s) üpigo!»r. I!t>. 2 . t) in ViÄion, k^VNV 8
rkf.ttLttVg IN -zvttkir in vit. Ikkvl. Oerm.
in biK. Nurlier. ULK^t. ^8 iu liilt. litt. re-
k»rm<»llonis k. V. p. IZ 4 -
8ocos IkeoloZic»« rx k^rribur, 5clrol»üicis L Iteoterici,coUeÄum.
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rrnk-ltlir rk-olo-!z- und Prediger bey der Schloß-Kirche zuWittenberg, Anno 1527 . stirbt 1548 - alt 44 . Jahr.
' Sein Vater George cnvciLerr, so ihn iir Leipzig ge-nüget hatte, Hielt ihn zwar gar zeitig zu den 8cuMlüundsonderlich zur Theologie, meynte aber wenig rechtes vondein melancholischen Knaben zu erleben. Allein, obgleichdie äußerliche Aufführung (^8?AkU8 nicht aufgewecktund munter war, so brachte er doch durch seinen fähigenKovff und besondern Fleiß den Vater gar bald aufande-reGedancken, und machte nichtnur zu Leipzig beyn()5Ll.l.zrtti gute progrellen im Lateinischen uud Griechi-schen, sondern erlernete auch in Wittenberg, wohin erdurch die Pest getrieben ward, das Hebräische, dabey ersich aufdie Theologie, als sein Haupt- 3 cuciium spplicirete.
Anno 1524. trug man ihm das ILeüorm bey der Iohan-nis-Schulen in Magdeburg auf, welches er auch z.Iahrmit grossem Ruhme verwaltete, bis er nach Wittenbergv»c:ret wurde. Seine Gelehrsamkeit und Frömmigkeitmachten ihn uvi-nkiro sehr beliebt, daß er ihn zum Mitar-beiter bey der Biblischen Übersetzung erwählete.
Er konte, was geredet ward, überaus geschwinde zuPapier bringen,und schrieb daher i-v-runm Predigten nichtnur fleißig nach, sondern ward auch bey dem Lvlioguio zuWormö als dtr-rsrius gebrauchet, da denn der Cardinal6kL8vxr,rz gesagt Haben soll: Die Lutheraner habeneinen Schreiber, welcher gelehrter ist, als alle un-sere OoÄnres.
Nebst der Theologie legte er sich auf die Medicin undMathematischen Wissenschassten; wie er denn nicht nurschöne Kräuter-Gärten anlegte, sondcrn auch Astronomi-sche Instrumente verfertigte.
Sein vortrefflicher Verstand und unermüdcter Fleißwar nicht nur der Universität Wittenberg, sondern auchAuswärtigen zur Erklärung und Ausbreitung der hcilsa,mcn Lehre nützlich. Die Weisheit, welche der Heil. Geistdurch die Erkänntniß der Wahrheit in ihm angezündethatte, ward durch seine Fertigkeit in den Sprachen, zu-mahl in der Hebräischen, befördert, daß er in der Heil.Schrifft grossen Verstand fand. In seinen Reden fpü«rete man Nachdruck und Annehmlichkeit, bey feinern Um-gänge Bescheidenheit, Ernsthafftigkeit und cinstandhaff-tes Wesen, gegen die Seinigen eine grosse Liebe, und ge-gen andere eine wohlthätige Gierigkeit.
So starck nun dieser redliche Mann an dem inwendigenMenschen war, mit so viel Schwachheiten war der äußer-liche umgeben, welche ihn denn auch gar zeitig zum Grabebeförderten.
Seine Schrifften sind
1. eomm-ncins in LuL„ßeIium toL!imz,kxiüoI,ml. scHimo-
tkeum, Sc? 5 rlMLk Dsiiiciis.
2. Lnsrrscione, ,'n Mia; Hrriculo; 8/mbsli Ricseni.z. Orrcic, «ie oriiine ctiscearii. u)
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