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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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XVIll. 5 ecu 1 um. Von dem jetzigen Zuftan' der Griechischen Kirche.

ständigen dskalogum noch anderer Aurorum, die hiehergehören, kan man bey dem Herrn ukinkccio antreffen, a)

Überhaupt ist zu wissen, daß diejenigen, die sich zurGriechischen Religion bekennen, nicht unter einerleyHerrschasst sich befinden, weswegen auch der ausscrlieheAnstand ihrer Lärchen gar unterschiedlich ist. Etli-che unter ihnen haben das Glück, daß sie unter Christli-cher Herrschafft stehen, als die in /ekcllimen, Moscau,Moldau, Wallachey, Pohlen, in den Insuln des Mitt-landischen Meeres, welche den Venetianern gehören, in-gleichen in Sicilien und andern Provintzen, die demR-ryfer und dem Röntge in Spanien zustehen, sichbefinden. Andere stehen unter Türckischer und Persia-nischer Botmäßigkeit; noch andere aber müssen Hcyd-Nische Fürsten als ihre Herren erkennen : Unter welchenallen doch diejenigen am unglücksceligstcn zu halten, wel-che unter dem harten Joche der Türckcn seufftzen, indemihnen daselbst nicht nur schwere Gaben auferleget, son-dern auch die zur Lulcur und Beförderung guter Wis-senschafften nöthige Freyheiten versaget werden ; Ja ih-re Pressurcn sind so starck, daß Herr rr^i-rn b) die öss-terc Feyerung der vorgeschriebenen Feste, viele Fasten,und beständige Vorhaltung der alten Märtyrer als dieHaupt-Ursachen anzieht, daß die Bekänntniß des Christ-lichen Nahmens nicht gantz und gar unterdrücket werde.Wiewohl man in den neuern Zeiten etwas erträglichermit ihnen verfahren, da ihnen wenigstens die Freyheitder Ausbesserung ihrer sehr baufälligen Haupt-Kirchen,zu Constantinopel und Jerusalem, welche sie lange Zeitvergeblich gesucht hatten, zugestanden worden, wie wirbald vernehmen werden.

Was ihr RlrcUen-Regiment anlanget, so ist dassel'be ebenfalls nicht einerley. Diejenigen, welche die VII-allgemeinen Loncilm.ncmlich daSblicaenum I.Lonllan-rinopolirsnum I. LpbeIinum,ObsIcet!onenIe, Lonllanri-nopolnsnum II. Sc III. und deicaenum II. annehmen,und in Ansehung der andern Rechn Gläubige gencn-net werden, stehen unter der äireüion derer vier Haupt-Patriarchen, welche die Orientalische Kayser von Altersher contlicmret Habenund zwar find nicht allein diegebehrne Griechen, sondern auch die so genannten p^el-chicen oder Röniglichc, das sind diejenigen, welche sichin Syrien, Aegypten und andem Orten den Jacobitenwidersetzten, und die rechtgläubige Lehre nach der Ver-ordnung der Könige oder Kayser, und ÄuSspruch -esChalcedonensischen Loucilii vertheydigtev, denselben un-terworffen. c)

Diese vier Haupr-Paniarchen sind bekannter Mas-sen l. der Conftanrinopolitamsche, welcher sich durchdie Barmherrzigkeic GOcres einen Ercz-Bischofzu Constantinopel, als dem neuen Rom, und einenallgemeinen Patriarchen nennet, und vor den vor-nehmstcn gehalten wird; wiedenn uec-rämv? Patriarchzu Jerusalem, die Constantinopolitanische Kirche>>!' V«' das ist ! §)as chnupt

») I» der Abbildung der Griechischen Kirche, im Anhange.Seü. VU. P 54. b) Ue Lk«ru c-rrec-e eccleli-e tiociicrno. p.> 4 - lk<). c) »»a. Lomj». ltitt. LccI. 6otk. N. H- p- 425. III,

k-6- Allgemein. Histviisches Leruon tut» v«« Ltelctuw».

u. Lherl.

der Orthodoxen Griechischen Rirctw nennet. ei)Seinem Regiment sind die in Narolicn, Griccheuland,Albanien, Dalmatic.., klein Reußland, Wallachey, Mol-dau, und den Türckisch n Jusuln,im Aegeifchen und Io-nischen Meere, befindliche Christen zugehörig. Er n c>-äerirck nicht nur Kirchcn-Sachen, sondern schlichtet auchweltliche Streitigkeiten, weil die Griechen sich allemahllieber dem Urtheil ihres Patriarchen als dem AuSfprucheines ungläubigen Richrers unrerwerffen wollen, e) Ja,seine Autorität ist so groß, daß auch viclmahl die übri-gen Patriarchen weite Reisen zu ihm thun, und wegenihrer Kirchen Wohlfarth sich Raths erhöhten, dabeydoch eines jedweden besondere luw nicht unterbrochenwerden, f)

Sonst ist bierbey noch dieses zu mercken, daß in denJnfistn des Archipelagi so wohl Römisch-Catholische,als Griechen befindlich seyn, welche letztere unter einan-der selbst gar sehr M'criren, indem einige den Patriar-chen zu Constantinopel für ihr geistliches Oberhaupt er-kennen, andere aber sich der Gewalt des Röm. Stuhlsunterwcrffcn,doch dergestalt,daß sie sich von ihrem Pa-triarchen , und der Einigkeit ihrer eigenen Kirche nichttrennen. Unterdessen hat die Römische Kirche jederzeitgesucket, fich mit Gewalt immer fester zu fetzen, und zudem Ende die Griechen aller Orten zu unterdrücken.

Allein Anno 1664. gierig eine gar merckwürdigeVer-änderung vor. Denn dem Griechischen Bischöfe von8cio, isnäT-io rrxoc«o«i, einem Manne von munternund unermüdcten Geiste gierig die Unterdrückung fernerReligionö-Vcrwandten gar sehr zu Hertzcn, und wardaher auf ihre Erlösung bedacht. Dieses sein Vorha-ben nun desto füglicher auszuführen, wüste er den Tür«cken gar listig zu hinterbringen, wie sie sich von denRö-misch-Catholischen gar nichts gutes zu versehen hätten,als welche mit den Venetianern in genauer Bündnißstünden, und mit den Feinden der Pforte eine beständigeLorressonäentz unterhielten. Weil auch die GriechischeKirche von 8cio den klinikn; der Pforte eine grosseSumma Geld schuldig war, erböte sich gemeldter Bischof,nicht nur selbige so gleich zu bezahlen, sondern auch eine«grossen Zinß davon abzutragen, wenn sie zu Wege bräch-ten, daß der Lateiner Einkünfte denen Griechischen Kir-chen wieder zugewandt würden. Dieses Anerbieten ef-wöluirte so viel, daß er einen Befehl erhielt dieses In-halts ; r. Daß in der Jnsul 8cio alle geistliche Ge-walt, auch über die Lateiner, dem Griechischen Bischofs«allein zustehen solle. 2. Daß keine Ehe «ingeseegnet,oder sonst einige andere Kirchen-Ceremonie ohne Erlaub-niß besagten Bischoffs solle vorgenommen werden, z.Daß kein Lateiner den Priester-Orden ohne dessen Ver-günstigung empfahen solle. 4. Daß der GriechischeBischofs in die meisten Kirchen der Lateiner sollte einge-setzet werden. 5. Daß der Lateinische Bischofs von al-len Einkünften Rechenschaft geben, die Lateiner demGriechischen Bischoffc übergeben, und darauf aus derJnsul abziehen solle.

__ Die.

ch in iz^iAvlL canteiliVn! sccleüre orienrslis e)

LM'rtt «le ir,iu <Zr««c»e «cc1»L boä. p. izz. ir. p. 70. leg.

k) p. 69.

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