k. Cap. von den
Seminarium genant, und mit einem gelehrten Abte,der Fellx Sai'ivcl ^odota hieß, einem gebornenCalabrierals Directore versehen. So viel die Spa-nier dem Pabste in Europa Verdruß anthqren, sogern erwiesen sie ihm die Gefälligkeit unter den Ma-humedanern in Africa, und machten der PäbstlichenMacht einen schönen Zuwachs. Sie hatten 1792.die beyden wichtigen Platze Ormi und Mazalgui-v r erobert, und alle Moscheen zu lauter catholi-schen Kirchen gewcyhet. Eine Gefälligkeit war derandern werth und dieses bewog den heiligen Vater,zum Zeugniß seiner Freude und Erkentlichkeit dem ka-tholischen Könige die Zehenden von den geistlichenEinkünften in ganz Spanien und Indien noch aufzJahr zu erlauben, um thu desto mehr in den Standzu setzen, mit der Spanischen Macht auch zugleichdas Christenthum, oder vielmehr die Gewalt desRömischen Stuls in Africa auszubreiten. Dochdas war es nicht allein, was den Pabst aus Africaerfrcuetc. Es fand sich auch ein Prinz von kNa-rocco ein, der sich als ein neuer Sohn der Römi-schen K>rche, und zugleich als ein Kostgänger desHeiligen Vaters anmeldete. «) Die eigentliche Ab-sicht desselben war von christlichen Potentaten in Eu-ropa durch Vorschub des Pabstes, so viel Beystandzu erhalten, daß er als rechtmäßiger Erbe desrocc.rn.sthcn Kayserthums, seinen Brudern ge-wachsen seyn möchte, welche sich der Erone bemäch-,tiget hatten. Der Pabst lies ihn nicht nur durcheinen gelehrten Abt unterrichten, sondern versorgteihn auch mit einem standesmaßigen Auskommen,wozu die Könige in Frankreich und Spanien einenansehnlichen Beytrag thaten. Allein dip gute Ver-sorgung that vielleicht etwas dabey, daß er gar einungcrathener Sohn wurde, k) Man relegirte ihnendlich so gar von Rom: er bekam aber bald wiederErlaubniß, dahin zurück zugehen, alwo er 1739.das Zeitliche mit dem Ewigen verwechselte, und ei-ne schwangere Witwe hinterstes, die zu dem Endedes Jahres einen Printzen zur Welt brachte. Derncugebohrne Printz, bekam eben dre Pension, diesein Vater genossen hatte. So eifrig der Pabst auchin Ansehung seiner Religion war, so war er dochÜberhaupt gegen die Ketzer so gar strenge nicht, alsViele seiner Vorfahren gewesen. Nur die Freymäu-xcr mustxn etwas von seinem Eifer empfinden, dapop wir am Ende dieser andern Fortsetzung, wennwir die Nebensachen crzehlen, einige Exempel bey zubringen, gedencken.
Wir müssen endlich noch zu Aufnahme der ka-tholischen Religion die verschiedenen Heiligen rech-
lligonco I-ccleliaglc» l'om-1. p.st) tlilloricv stecleüzlstca'I om, 1. n, 606,
Ur. Theil.
Römiscbcathol. Lehrern. 297°
neu, die er zum theil beatificiret, zum theil cano-nisiret hak. Einiger ist schon neulich gedacht wor-den. Zu jenen gehören sonderlich <Hth«rnn<r R.gch,eine Dominicanernonne, aus der FlorentinischenStadt pratto, die i?z2. Gcorgius Barbarigo,der l7Z4.AiMtrvon S. Borromco, die 17)5.Jo-seph von Ccrproniio, der in eben diesem Jahre, undIostpl) Auchiettl, der i?z6. von ihm seelig ge-sprochen worden. Canonisiret aber sind von ihm 4.Personen, die wir schon zu andrer Zeit genennethaben. Wir setzen die Eardinäle hinzu, die vonihm. sind erwehlet worden. So viel uns bekannt,sind währendem seinem Regiment z i Eardinäle ge-storben, und wir finden z;. neue, die er in dasEar-dinalöcollegium aufgenommen hat. Wenig Mo-nathe vor seinem Abschiede war also das Eollegiumvöllig besetzt, doch kurz vor seinem Tode starben nochzwey Mitglieder, nehmlich der Cardinal Duvm,und der Cardinal Bomoineo.
Von seiner Mildthätigkeit sind unterschiedeneProben betank und schon zum Theil angeführet worBden. Zu dem Kirchenbau der Erz - Brüderschaft zuRom verehrte er 4000. Scudi; der Eongregationcle propaganäu 6<le aber ließ er 4QO2O. Scudi rei-chen , um den katholischen Glaubensverwandten inSchottland und Jrrland Hülfe zu leisten. Die gra-sten Wohlthaten aber hat ohnstreitig der Prätendentund dessen Familie bekommen. Denn er beschenkteihn zuweilen reichlich über seinen ordentlichen Gehalt,und vermehrte diesen jährlich mit 4020. Scudi.Der älteste Sohn desselben bekam 17ZZ. ein Lreuseligibilitans > damit er zu geistlichen Veneficien ge-langen könte. Der andere Sohn wurde in ebendem Jahr bey seiner Firmelung mit einigen Reli-quien beschenkt, an welchen die kostbaren Diaman-ten und Rubinen das beste waren. Der Präten-dent erhielt eine Wache von Soldaten, so wohl andie Thüren als auch in den Pallast und zu seiner Be-gleitung, so ofr er sich ausserhalb der Stadt Rombegeben woltc. Die Frau Prätendentin wurde 17g;.auf Päbstliche Kosten auf das prächtigste zur Erdenbestattet, und diese war so dankbar dafür, daß sienach der Römer Erzehlnng die Legenden der Heili-gen mit mehr als einem Wunderwerk aus ihremGrabe vcrmchrete. Die geweyhete güldene Rosewurde I7Z6. an die Königin von Frankreich; 17)8.an die vermählte Herzogin von Toscana, und 17)9.an die Königin von Pohlen überschickt. Im letztenJahr schickte er noch dem Großmeister von Maltha,einen Heiligen Leib, in einem roth Sammetncn,mit Gold künstlich beschlagenen Kästlein, zu. Die-sen muste der Malthcsische General der GaleerenIHcrr Tenc.n überbringen, welcher sich nebst einigens P p andern