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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
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Cap. von den Römischcathol. Lehrern.

Zoz

Tronppen hat er gleichfals eine Veränderung vor-genommen, und haben sich sonderlich dre HerrenOfsicierS einen guten Theil von ihrem monathlichenGehalt müssen abkürzen lassen. Es soll selbiger bis-her so ansehnlich gewesen seyn, daß auch ein Französischer Officier, derchey dem letzten Kriege mit zuRom gewesen , den schönen Einfall gehabt: Esfehle einem Päbstlichen Soldaten nichts mehr, Ca-nonicus zu seyn , als daß er das Breviarium bete.

Allein nach der neuen Einrichtung bekommt ein Ca-pital» statt 6o Scudi nur die Helfte, ein Lieutenant20, ein Fähnrich «6 und ein Adjutant l Z.

Bey einer so wohl gemachten Einrichtung hatteman beynahe geglaubet, man könne eines gewissenunanständigen Profits bey der Päbstlichen Cammerentbehren. DenedlCtus XIV. welcher die üblenFolgen der Lotterien eingesehen , die auf den FuSder Genuesischen sonst eingerichtet waren, wolltezwar auch dieselben in den Päbstlichen Staaten ver-biethen ; allein weil durch dieses Mittel noch gewisseGeldsummen bezahlet werden tonten, welche derPäbstlichen Cammer allzusehr zur Last fallen würden,

so sind sie noch beybehalten worden. Ausser dem fert werden. Der Pabst schickte darauf den Herrnaber ist der neue Pabst bemühet, sowohl zu Rom, Mer-Imr, Erzbischoffen von Athen als Commis-als in andern Städten des Kirchenstaats, alleKün- sarium nach Turin, in dessen Hände der Marctictev-, d>, d-s-W noch . »>,-> «> Borg«, .m N-hm-üiLg. L PZL

Gegenden auf dem Lande, welche wüste gelegen, an-MlCarü perpetui, in denen gedachten Lehen den-auen zu lassen. Er faste gleich bey dem Antritt ^ ^ 9

sich eingebildet hatte. Benediceus XlV. schicktekurz nach dem Antritt seiner Regierung seinen Beicht-vater Maccabei in geheim nach Turin , der soglücklich war , daß er den König in kurzen zu An-nehmung eines Vergleichs brachte, welchen man zuRom durch die Unterhandlung des SardinischenMinisters, Grafens von Kovere, und der Eardi-näle Alex. Alb<rni und Filii abgeredet hatte. Dervornehmste Punct, der den Vergleich schwer machte,betraf die vier im Piemont gelegenen PäbstlichenLehen, Lormnzu, Eont.rn.;one, Mctapiaund Tistern«r, welche der König bisher im Be-sitz gehabt, von dem Pabste aber zurückgefor-dert wurden. Diese solten, Kraft dieses Vergleichs,auf einige Wochen dem Pabst wieder zurück gegeben,sodann aber, wenn derselbe diese Zeit über die völ-lige Herrschaft und Gerichtsbarkeit darüber ausge-übet , unter dem Nahmen eines beständigen Vica-riats des Päbstlichen Stuhls dem Könige und al-len seinen Nachfolgern auf immerdar überlassen, vonihnen aber dafür jährlich ein güldener Kelch vo»ivüo Scudi d^or an die Päbstliche Cammer gelie-

seiner Regierung den Schluß, nicht eher zu ruhen,als bis er alle Mlßhelligkeiten beygelegt, die nochzwischen dem Päblichen Stuhl und einigen Europäischen Höfen daureten. Es waren dieses sonderlich der Portugiesische, Sardinische und der Nea-politanische Hof. Die beyden ersten Höfe wurdennoch in dem ersten Jahre seiner Regierung ausgesöhnet. Denn es war schon einige Jahre vorher, soviel den portugiesischen bcrrift, an dem Vergleichmit demselben unter dein vorigen Pabste lange gear-beitet, und das meiste schon ziemlich zur Richtigkeitgebracht worden. Der Pater Evora, der sich zudem Ende viele Jahre zu Rom aufgehalten , hatteden Grund darzu gelegt. Endlich ist derselbe unterder jetzigen Regierung völlig zu Stande gekommen,und Bencdictus XlV. hat solchen den r-.Decewbr.1742. den Cardinälen im öffentlichen Consistorio be.kannt gemacht. Kraft desselben wird dem Königedie Ernennung zu allen vacanten Bißthümern undPräbenden in seinem Landen völlig zugestanden, undüberdiß noch von dem Pabst eine Creutzbulla bewil-

6 May 174t. den Eyd ablegte. Die darüber aus-gefertigte Acte wurde von denen darzu erbechenenZeugen unterschrieben, und dadurch diese langwierigeIrrung glücklich beygelegt. Herr Merlin: ist nach-gehends ordentlicher NunciuS an diesem Hofe gerworden.

Wie übrigens dieser Pabst gegen die verschiedenenEuropäischen Höfe gesinner sey, wird sich künftigumständlicher, als ietzo, anzeigen lassen. Manmüste dem heiligen Stuhle zu Rom allzu wenig Po-litic zutrauen , wenn man glauben wollte, daß sichein Römischer Pabst gleich in den ersten Monathenseiner Regierung in diesem Stücke blos gäbe. Un-terdessen ist nicht zu läugnen, daß die Königin vonUngarn noch in diesem Jahre so viel Vertrauen zudemselben bekommen, daß sie ihn gleich zu dem An»fang des folgenden , bey der Gebührt ihres Prin-zens, zum Taufpakhen ernennte. Das übrige sollkünftig von uns erzehlet werden.

Die Herren Cardinäl« haben sonst auch Ursach, mikihm zufrieden zu seyn. Der Cardinal «Lost ia, beydem mit dem Tode «Llemenns das Ende alles Un-

liget, um von der Geistlichkeit im ganzen Reiche! glucks kam, hat sich am meisten über seine Gnad^zueinen Beytrag an Gelde zu dem beschwerlichen Kriege j freuen. Er wurde nicht nur in sein Bischofkhum Br-

nevento wieder eingesetzet,sondern genieset auch alle andere Würden und Vcnesicien wieder, die er vor seinen

in Ost-Indien , und zu Erhaltung der Stadt Goazu fordern. Der Vergleich mit dem Königl.dinischeu Hofe ist geschwinder erfolget, als man

Per-