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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
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Z4v

II. Fortsetzung von 17Z6. bis 1740.

so viele andere gelehrte Gegenden zum Muster angenommen, haben ihren Ursprung diesem Gelehrten zudanken. Er war zu Hünern im Wolauischen Für-stcnthume gebohren, und wurde in seiner zartesten'Jugend von seinem Vater, der zuletzt Direkter derMustc an dem Hofe zu Bcrnstadt war , auf dieschule nach Lauban gcschicket. Einige Zeit hernachlies ihn der Vater zu Hause unterrichten, bis er sichuachBreSlau auf das Gymnasium begeben kontc,woihn der berühmte Lranz in sein Haus und an seinenLisch nahm. In dieses gelehrten Mannes Gesell-schaft, that er eine Reise nach Preussen und besäheDanzig, Thorn und andere Städte. Anno 1705.ging er nach Leipzig, und bekam durch KranzenS Vor-spruch bey Herr Doct. Günthern freye Wohnung.Er härte alda die WeltweiShcit, die exegetische Theologie, die Kirchenhistorie und Münzwissenschafr, beyverschiedenen Lehrern, die Mathematik aber inson.derheit zu erst bey Herr Lhristian wolffen. Inden philosophischen Studien und in der Kunst zuPredigen, härte er Pippingen und Irrigen, undhatte dieErlaubniß sich ihrer Bibliotheken nach Ge-fallen zu bedienen. Auser dem lernete er nicht nurtue hebräische und griechische, sondern auch die Fran-zösische, italiänische, spanische und englische Spracheaus dem Grunde. Das vornehmste aber war diezelehrte Historie, darinnen er einigen, die ihn da-rum bathen, Unterricht gab. Seine Stärke in die,ser Wissenschaft, und die angenehme Schreibart, die<r damit verband, machte, daß man ihn ersuchte, sowohl des berühmten Tenzels Dibliorhecam curio-sam fortzusetzen, als andere Arbeiten von dergleichenArt zu übernehmen. Im Jahr 172z. wurde eraußerordentlicher Professor der Beredsamkeit zuLeipzig, und nach 4. Jahren als substituirter, Anno27z 2 aber, als würklicher Professor HistoriarumOrdinarius zu Wittenberg bestellet. Seine Gelehr-samkeit, sein unabläßiger Fleiß, seine Aufrichtigkeit«nd Dienstfertigkeit machten, daß sein Tod von al.llen denen, die ihn kanten, bedauret wurde, welcheran einer Engbrüstigkeit den i z. August oben gedach-len Jahres erfolgte, da er sich kurz vor seinem Endenoch verheyrathet hatte, c) Man hatte von ihmnoch mehr Schriften zu erwarten, als er würklichgeschrieben hat. Auser seinen Disputationen sindfolgende von den gedruckten bekant.

r. Johann Günthers fester Grund der Evangelifchluthe-rischen Kirche. 1709.

Eben desselben standhafter Lutheraner, der sich widerVerführungen unbeweglich finden lässet. 1709. «.Curieuse Biblischer oder Fortsetzung der Tenzcllfchcnmonatlichen Unterredungen herausgegeben durch c.t.l.

4. Ausführlicher Bericht, von allerhand neuen Büchern,

" c) Le pz. gel >!t. 0 l ".Isuici Historie der

Molsscheu Philosophie ^om. U 1 . z>. 17z.

und andern Dingen, so zur heutigen Historie der Ge-lehrsimkcit gehörig.

5. Das dritte Jubelfest der Leipziger Universität. 1709.

6. Merkwürdiges Leben, Exilium, und nenlichcr AbschiedauS Frankr. Sr. Eminenz Emanuel Thcodosii öe I»

l'our ö' ^vverxnc,-,o. si.

7. Ulußnlli billoria polouica cum üiäludlcono, Oricbn-ulo, 8Lrniclt>, prremilla priesitione, äe viri; »uLdo-rum, enrumgue virruridui rc vlriir. 1711. >7>r. fol.r.voll.

8. >^pp,rLru5 »ä virrm kruli dlrnurü k. l^. 171-. 4

9. lod. öoecler'i LidlioxrLpdi» cririca »ukUur Lc emenär-riu; eäik,. 1755. 8.

10. k,u!i dlanurü kpillvlLe. cum »nootarionibur tüfiori-

c»;. 8. '

n. 8pecimen bifioriLe sciäomiamm Ikrliie. '

ir. Ixoua lirrerari,. ,717. ,7^1. 8. !

« 5 . Neue Zeitungen von gelehrten Sachen, von> 4 - Umständliche Bücherhistorie. i7>5- >7>6. 8.

15 Die neueste Historie der Gelehrsamkeit. 17». 8>6-Neuer Büchrrsaal der gelehrten Welt. ,7,0.17,7.8.

17. Uerum mtrclücrrum scripror«;, Le (>»r-

caeu?.

18. Oo 1'lreoäorico Luricio c,U5gue xenerc Sc pitnr.

19. Uo ori^ine äomu» Laxonicae e primoribur vercrüger-

manicsc. !

20. Untersuchung des Worts Wipliric im schwäbischen ,Landrechte, oder ob die Weiber der Sachsen sich von »den Schwaben bcschlaffcn lassen, und dadurch ihreErbschaft verlohren haben. ,7;;. 4.

8L8/z8H-ll^ LV2Akdl)

Der Logic uud Methaphysic Professor zu Hamburg starbden »c- Junii 17-6.

Das Geschlechte der Edzardi hat sich in Ham-burg mehr als auf eine Art bekant gemacht. DerVater unsers Ebzardi war der berühmte EodrasEdzardi, der wegen seiner rabbinischen Gelehrsam-keit und vieler Juden Bekehrungen so berühmt ge-wesen, und dem ein groser Engeländer zum Ruhmenachschreibet: Er habe mehr Juden vielleichtzum Lhu.stenrhum gebracht, als jemand, seit-dem die Wunderwerke aufgchörer. Der fleisigeVater hielt den jungen Sebastian frühzeitig zumStudiren, insonderheit aber zu Lesung der heiligenSchrift in der Grundsprache an. In seinem 14Jahr kam er auf das Gymnasium in seiner Vater-stadt, und verließ dasselbe erst nach 6 Jahr,,,. Dar-auf that er eine Reise nach Engeland und Holland,und nachdem er in wittenberg noch eine Zeitlangstubiret, wurde er daselbst 1695. Magister, dasJahrdaraufAdjunctUS der Philosophie, und entl»chi698Candidat in der GotteSgelahrhert. Ein Ichr dar-nach wurde er zum Professor am Gymnasium Ham-burg bestellet, welches Amt er nicht nur wegen seinergroscn Gelehrsamkeit, sondern auch wegen seines Ei-fers in Unterweisung der Jugend, rühmlich gcführethat. Nach dem Eode seines Vaters übernahm ervon 1708 an die beschwerliche Arbeit der Iüdenbe-ke rung; deren er aucb eine gross Anzahl, lnsseiche»auch fa,l ;o Per,'cu.n'Papisten und Refcriliirtc auf

den