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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
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Z44

H. Fortsetzung von 17z6. bis 1740.

legte sich von l 67g.an, auf dieEarkesianische Weltweis-heit. Nachdem er von einer gefährlichen Krank-heit, die ihn bald dem Tode überliefert hätte, wie,der aufgekommen war, setzte er schon einige criki.sche Abhandlungen auf , die er seinem Vater zeigte,aber nach der Zeit niemals durch den Druck betankgemacht hat. Er lernte darauf bey seiner MutterBruder Jacob Galarmo das hebräische, setzte sichin den schönen Wissenschaften immer fester, undschritt alsdenn zur Gotkesgelahrhcit, unter der An-führung der damals lebenden GortcSgclehrten Me.ftrczarii, Turrerins, und Troncbnil zu Genf.Er laß die Schriften der Auswärtigen , als desWendelinS, Grotii, Vocharti fleißig dabey. Jenefolgten betauter Massen in der Lehre von der allge-meinen Gnade des Amyraldi Grundsätzen nach, unddieses blieb auch bey dem jungen Clerrco kleben.Als ihm >676. sein Vater starb, gieng er als Hof-meister mit einem jungen Herrn nach Grenoble, kamaber nach Ablauf eines Jahres in dessen Gesellschaftwieder zurück, und lies sich nach ausgestandenemEramine zum Predigamt ordiniren. Seiner Großmuttcr Bruder warLurcclläitS gewesen

gefallen hatten. Von dar besuchte er seine Anver-wandten zu Genf noch einmal, und entdeckt« ihnenzugleich den gefaßten Schluß, daß er künftig semeTage lieber in den Niederlanden, als einer erwünsch-ten Gegend vor die Freyheit zubringen wolte. Ersetzte ihn würklich ins Werk, kam 1-84- wiedernach Amsterdam, trat öffentlich zu der remonstran-tischen Kirche, und predigte alle Freytage französischbey dasiger Gemeine, bis er nicht lange herncch vonderselben zum Professor der freyen Künste, derWcltweiöheit und der hebräischen Sprache an ih-rem Gymnasi» ernennet ward. Nach LimborchSTode 1712 wurde er in der theologischen ProfeßionÜbergängen, weil er sich der SocinianischcnJrrthümer mehr als einmal verdächtig gemacht hakte.Doch ernannte man ihn zum Professor der Kirchen-geschichte, welche Stelle er auch bis an seinen Todzwar bekleidet, aber nicht alleine die Verrichtungenderselben gethan hat. Denn er verlohr von 1728-so wohl die Sprache als das Gedächtniß immer mehrund mehr daß man genöthiget ward, ihm dc» be-Joh. I. LVcrstem von Basel, von welchem

kanten

der berühmte Grephanuslwir hernach bey den Streitigkeiten mehr crzehlenund als ihm eine von dessen >werden, an die Seite zu seyen. Er hatte 1691.

Schriften in die Hände gefallen war, so gestel sie des oben gedachten Leri Tochter zur Ehe genommen,ihm dergestalt, daß er dieselben sich insgesammt an- und mit derselben vier Kinder erzeuget, die aber alle

schaft», und mit solidem Beyfall laß , daß er schondamals auf verschiedene von seiner Kirche abwei-

in der Kindheit verstorben sind. Die Mutter folgtedenselben endlich zwey Jahr vor seinem Tode nach.

cheude Meynungen gerieth , und den Schluß faste, und dieses beförderte sein Ende gleichfals , welchesmit der Zeit eme Gegend zu seinem Aufenthalt zutin den 79. Jahre seines AlteyS^erfolgte. Seine

erwehle.n, da er seinen Gcdankca freyen Lauf lassenköute. In diesem Vorsatz wurde er noch mehr be-stätiget, "als er mitten,em Untergebenen 168 . «mper Französischen Sprache willen nach Gamliul'gieng, und des Episcopii Schriften laß. Dietraurige Würkung dieses Fleisses zeigte sich bald,weil er kurz darauf (ob gleich auf dem Trtul 1679.siehet) mit der verdächtigen Schrift, unter demArul : Albern öe 8. ^morekpiüolae'l'Iienl-rLpcseäcc.hrrvornlckte, die er zwar niemals vor die seinige öf-fentlich halten wollen , aber nach seinem Tode mitaller Gewißheit unter seine Schriften ist gerechnetworden. Bald darauf gieng er wieder nach Greno-blx, von dar nach Paris, und 1682. nach London,wo er bald in der Griechischen, bald in der Savoy-

ausnehmcndcn Verdienste in der Weltweisheit, Hi-storie, Erit>c, und den schönen Wissenschaften über-haupt, haben wenige ihres Gleichen. Man rühmetseinen durchdringenden und muntern Verstand seineweitläuftige Gelehrsamkeit, und seinen unsträflichenLebenswandel, i) Aber man weiß auch, wie verwe-gen er oft in seinen Schriften mit den göttlichenWahrheiten umgegangen; wovon auch in dieser K>r-chenhtstcrie öftere Zeugnisse vorhanden sind. Solange man also sein Andcncken im Reiche der Ge-lehrten verehret, so lange wird man in der Kircheder unverantwortlichen Fehler auch eingedenk seyn,damit er seine Schriften zum Aergerniß vieler Leserbeflecket hat. Weil dieselben gröstenthftls zur Goc-teögclahrhcit gehören, so wollen wir das VcrzeichniK

kirche in französischer Sprache fleißig predigte , und derselben hieher setzen, so vpilskändig man uns dassel-be englische Sprache lernte. Wert ihm aber die be gegeben hat. k)

Luft daselbst nicht wohl bekam, reifet« er 168Z. in LpikolL Hicol^ic». in guibm vrrli IcKolrMcorumG-s-aschc-st d.« b.,ü!>m<m G,sch.ch>Mre,b.r-, <Src- lL7°'^ 7?,"7

aop. Leri, den man aus Engeland hatte horsten ge. .

den, nach Holland, hielt sich in Amsterdam zu demberühmten Philip von Liirrborch, und erkundigtesich näher wegen des Zustandes der rcmonstrant,sehenKirche, deren Lehrsätze ihm zeithrro schon am besten

i) !4. l>uä. 17)7. p. e>6. seq. Fertßtzung des öli-gem. Hllk- Lexiei, Art LIericu». keipj. get. Zeit. 17;^?.

64z. kill- ecclel'. I . I. p. 877

ii) Libliorbeijue rzllonnec 77 XV7. k. U. p. ;5Z. leg- li.Nachr. »7Z7- k-.lSs.