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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
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II. Fortsetzung von 1746. bis 1750.

u„V Ruhe in Europa an so wichtige Dinge gedenkenliessen. Unterdessen ließ er eine Schrift ausgehn,darinne er die Vortheile eines so wichtigen Werkes,als die Mißion nach Grönland sey, herausstrich,und dargegen die Einwürfe, so man darwider vor-brachte , zu widerlegen suchte p).

Endlich als er sahe, daß sich der Trieb von Tagezu Tage vergrößerte, brach er durch alle Zweifel,schrieb 1717. an den Bischof nach Trundhcim, kündigte sein bisher» gehabtes Amt auf, nahm vonseiner Gemeine öffentlich Abschied , verließZuhörer, Mutter, Geschwister und Anver.wandte, reiscte mit seiner Frau und vier Kmdern,davon das jüngste ein Jahr alt war,imJulis ,718nach Bergen : und nachdem der Friede erfolgetwar , mit dem Anfange des? folgenden Jahres garnach iLoppenhagen. Hier übergab er dem Mißions-collegio einen ausführlichen Vorschlag zu dem gan-zen Werke, und würkte so viel aus, daß dem Ma-gistrat zu Bergen den 17 Nov. 1719. anbefohlenward , den Kaufleuten den grönländischen Handelund Schiffarth unter mancherley Freyheiten undRechten anzubieten. Allein es war nichts dabeyzu gewinnen, darum hatten weder Schiffer nochKaufleute Lust dazu. Endlich brachte es der HerrHans Egede nach vieler Uebcrredung dahin , daß172a- ein Capital von iscroci. Rthlrn. zusammengeleget, und fast wie eine Collecte gesammlet wurde.Man kaufte davor ein Schis, die Hofnung ge-nannt, befrachtete noch zwey andere von der Com-pagnie , und versähe sich mit nothwendigen Beräthund Speisen , weil man in ein Land seegeln wolle,da von dem unter uns Europäern gewöhnlichen Un-

geln. Endlich fa den sie «ine breite Durchfahrtzwischen gefrornen Gewässer ; kaum aber hatten siesich hinein begeben , so st,essen die Winde das Eisvon beyden Seite» dergestalt zusammen , daß derSteuermann allen ankündigte, sich zum Tode zu be-reiten. Sie schwebten also den ganzen Tag bis umMitternacht in Todesangst, bis sie, nachdem sichder Sturm geleget, vom Eis loß, und den Z.Iul.an das Land kamen, g)

Die wilden Grönländer , welche dort herumschwärmeten, betrachteten sonderlich seine Kindermit Verwunderung und bezeugten sich ganz freund-lich. Der kalte Ort und die rauhe Luft nöthigteihn aber gar bald, an eine Wohnung zu gedenken.Er suchte sich daher mit den Seinigeu einen Platzaus, und fieng den 19. Iul. an, sein Haus vonTorf und Steinen zu bereiten. Dieser Wohnplatzward Hofilunyshafen gencnnet. Als die ersteWohnung den zi. Aug. zu Stande gebracht war,wurde die erste Predigt darinne gehalten, und der117. Ps. zum Grunde gelegt. Die Ankömmlingesahen sich nun in ihrer künftigen Hcimath um. Sienährekcn sich von Rennthicren, Vögeln und Fischen,insonderheit aber von dem, was sie selber zu ihremUnterhalt mit gebracht hatten. Die Wilden scheue-ren sich zwar anfangs, nahmen sie aber hernach gargern in ihre Hütten auf. Holz fehlte überall ian dessen Stelle die Einwohner ihre untcrirrdischenHütten mit einer Thranlampe erwärmen, die bestän-dig brennet, und über welcher sie auch ihr Essen inkleinen blechernen, mcßingenen und kupfernen Kes-seln kochen. Der Dampf und Gestank war erstaun-lich, den Herr Egede ausstehen muste, wenn er

terhalte wenig oder nichts pfleget angetroffen zu!jemand von diesen Leuten besuchte. Er wurde nickt-werden. Vierzig Personen hatten sich entschlossen als Aas und Thran von Fischen und Seehunden

mit dahin zu gehen, und daselbst um der Handlungwillen ihren neuen Wohnplatz anzulegen. HerrEgede erlangte nicht nur die Konigl. Bewilligung,als Mißionarius dahin zu gehen, sondern bekamausser zweyhundert Thalern zu seiner Zurüstung undReisekosten noch eine jährliche Besoldung von zoo.Rthlrn. Wolke Herr Egede das Reich GOttesunter den Wilden ausgebreitet wissen, so muste erdarauf denken, wie er den Christen ein vortheilhaf

teS Gewerbe dabey verschaffen möchte. Daher mu-!te, weil er ihre Sprache nicht verstund . und sichste er selber Schiff und Handlung mit besorgen, auch dazu aus Mangel der nöthigen HülfsmittelNach diesen Vorbereitungen kam der erwünschte und wegen ihrer undeutlichen und wilden Aussprache

Tag, als erden 12 May 1721. nach seinem Grön-land unter Seegel ging. Den 4 Jun. erblickten siedie entsetzlichsten Eisberge dieses äussersten Landeszum erstenmal, musten aber, weil sie durch das Eiskeine Oefnung fanden, noch viele Tage her um see «

v) U» 1 s. Lcclel Um- IV. p. 910. ÄockS MißionS«

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nicht sobald Hofnung machen konte. Unterdessenfragte er nach allem, was ihm vorkam, und zeich-nete alles fleißig auf. Er sing darbcy an, ihnendie biblischen Geschichte von der Schöpfung der

Welt

u c. x. 9>o. Lock» MißionSge-

gewahr, und wenn er seinen Wirth verlies, beglei-tete ihn eine Menge Ungeziefer mit in sein HauS.Gegen den Winter dieses »Jahres hatte der mitge-brachte Vorrath an Lebcnsmittcln sehr merklich ab-genommen , und das ungeduldige Murren derSchisieute machte Herr Lgeden nicht wenig be-kümmert. Aber das machte ihm noch mehr Sorge,daß er seiner Begierde, die Grönländer zum christ-lichen Glauben zu bringen, keine Gnüge leisten kon-

g) klUor. ecclek.

schichte p- >rz-