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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
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H. Fortsetzung von 17^6. bis 1740.

I.VIII.

Was sind noch vor andere Zwistigkeitenbey den Reformirten zu merken?

1. Ais das Parlemcnt ,n Engeland das ehema-lige Gesetz wider die Zauberer aufgehoben hatte ^so flogen von dieser Sache allerhand Schriften her-,aus. Insonderheit schrieb ein Doctor Juris l7;6.!Ibc XVbikbolwi-^fr »f ebe lcriprure;, darinn er desberüchtigen Beckers Sätzen folgte, und das vor lau-ter Betrug ausgab, was in der H. Schrift davofferzchlet wird. Dargegcn schrieb ein anderer:

osbmäor, in welcher die Würklichkeit dcr^Teufelskünste durch Zauberei) aus heil. Schrift ge-jeigct ward; dergleichen Schriften hat es noch inziemlicher Anzahl gegeben 2).

2. Der vorhin gedachte Herr lVerstem hattesich an den Basclischen Herren Theologen etwasreiben wollen, und in der Uchliorbcgue railonne:allerhand Beschuldigungen von unanständigen Din-gen gegen den Herrn Isi'tir« einrücken lassen des-wegen sahe sich dieser genöthigct, in einer Schrift,unter dem Titul: O-pulsio criminarionum, 17^4.zu anttvoricn 2).

z. Ein neuer Streit entstund in Engeland wegender Sonkagsfcyer. Herr Iephson schärfte in ei-ner Schrift:^ O.l'couri'e cnnccrning rl,e rcligion;oblervarion o 5 kllc illorclr Da/ die Heiligung desSonntags ein, und behauptete, daß der Sonntagan statt des Jüdischen Sabbaths eingesetzet sey. HrFlc.nming aber schrieb: ^ plsm anä ranone! ac-counr o 5 lbs n 5 cbe 8Lbb2lb öec. darinn er allc^Sittlichkeit des z. Gebotes läugnete b). Endlich kamher dritte Mann Tdr mv.ritc dazu, welcher zwischen!beyden Meynungen die Mittelstrassc gehen wölke c).

Es ist betank, daß mit dem Ausgang des vori-gen Jahrhunderts man schon dieFrage: tVic m.rndas Vetter Unser ansehen und gebrauchen solle?aufgeworfen. In der neuesten Zeit hat solche ?a-muet^c.nbden wieder rege gemacht, welcher 17Z9.in einer besondern Schrift, das Gebet des ^.Errnheut zu Tage zu beten, vor unnölhig ansähe ct)

5. Wegen der menschlichen Seele ist mehr als ei-ne Streitigkeit, und besonders gegen den AnSgangunsers Zeitkaufs von der Seele Christi ein sehrmerkwürdiger Streit entstanden, der noch in vollerBewegung ist, und künftig einmal erzehlet werden^ol. Das übrige, welches besonders in der Engli-schen Kirche Mit den sogenannten Freydenkern vor-'gegangen, sol unten vorkommen.

r) Unüb Nachrichten anno ,7,6. p.z7i.»c>. 17)8 9.Z62.

») Unschuldige Nachrichten > 7 Z?- 9. ri;.

b) Lcipz. gcl. Zeit. 9. >7«.

c) Unschuld Nachnchkcii 17z? 9. 74«.

ä) Uipj gelehrte Zeunngen >74-. p. 506.

Fair tc Abthe 'urrg.

Von den Symbolis.

I.

Was hat man von den Symbolis in dieserZeit zu melken?

Man merket:

1. L>rc Symbol« der Evangelisch - Luthe-rischen.

2. Die Symbol« der Rö nisch - Catholr-schen.

;. Die Symbol« der Reformirten.

II.

Was ist von den Symbolis der Evange«l lisch Lutherischen zu merken?

Die Evangelische Kirche har m«t dem Jahre 17z?-das Andenien der scinnackaidlschrn Arlictei an sehrviele» Orten feyerlxch begangen. Es sind bey die-ser Gelegenheit öffentliche Feste in Kirchen undSchulen angestellet worden, und viel Schriftenherausgekommen, welche theils die Historie dersel-ben beschrieben, theils dieselbe wider allerhand An-klagen und ungegründeke Beschuldigungen verthei-diget haben e) davon die Nachricht hier zu weit-läufig fallen würde. Das merkwürdigste warwohl, was niit dem Herrn D. Münden zuFrankfurt an« Mayn vorging. Er hatte daselbstdie schmalkaldischen Artickel gleich zu Anfang ge-dachten Jahres von neuem austegen lasten , undsolche in seinen Predigten ,u erklären angefangen.Niemand hätte geglaubt, daß man sich von Sei-ten anderer Religionsvenvandten wegen eines altenund längst bewährten symbolischen Buches einenVerdruß zuziehen solte. Allein der Kayserliche Re-sident zu Frankfurt, von dVeycl, stelle desivegr»bey dem Kayserl. Reichs-Hofrathe wider den HerrnSeniorMündcu eine ordentliche Klage an f). Die-se wurde von dem höchsten Eollegio würklich ange-nommen, und weil der von IVetzcl noch eine an-dere Schrift, welche den Aberglauben des Pabst-thumS lächerlich vorstellete, zugleich mir in die An»klage gebracht, und in D- Muudcus Sache gemi-schet hatte, zugleich dem Kaiserlichen Fiscal zu Frank-furt befohlen, sich seines Amtes sowol dieses VucheSwegen gegen einige Buchhändler, als gegen D.Münde» der schmalkaldischen Artickul halber ge-brauchen solte. §)

Die Sache grrirth im ner zu grösserer Weitläuf-ig«

c) Ilill. Lcclef l'om. H. 9 ;6>. 67^. »151. 116».

-7».

t) Frankfurter gelehrte Ze t. ,?)7. 9. Z".llillur. cccicl. 1. ll. 9. 66g.