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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
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m. Cap. n. Abth. vom Kirchenregimente der Römischcatholischen.

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welche hohe Häupter gestiftet haben. Ihro König-liche Majestät in Polen, stifteten 1736. den St.Henirichsorden an ihrem Geburtstage. Es sollaber uur ein Nlilirairorden seyn. Er besteht ineinem achteckigten rothen Stern, worinncn auf dereinen Seite in der Mitten deö KayserS -HeinriciBildniß, und an dem Ecken der Sterne A. III. klzn sehen ist. Zwischen den Spitzen der Sterne ist derPolnische weisse Adlerorden. Auf der andernEeite stehet in der Mitten: Zierats Scvirtuce beüic.,,und auf den Ecken der Sterne sind die SächsischenChurschwerdter. Es sind militair Personen vonbeyden Religionen mit dieser Ehre angesehen wor-den. r)

Dem heiligen Ianuaris als Patron des König-reichs ITkcapolis zu Ehren , hat der jetzige Königbeyder Sicilien i?z8. gleichfals einen neuen Ordengestiftet, davon der König selber Großmeister, derrErzbischof-von Eapua aber, Ordenöcanzler seyn sollDas Vrdenszeichen besteht in einer güldenen Ker->te, daran ein Ordenöcreutz, welches das Bild desheiligen Ianuarn in Bischöflichen Habit vorstellet,wie er mit der linken Hand das Evangclienbuchhält, und darüber die Flöß'gen des kostbaren Blu-tes , in der rechten Hand aber den Bischofsstab hatIn jeden der vier innere Winkeln des Ereutzes solleine Lilie, die Devise aber seyn: In tariguinL koecla«.Die ordentliche Anzahl der Ritter soll sich auf 6oerstrecken- Die vornehmsten Gesetze , so ihnen mitder Ehre vorgeschrieben werden, sind unter andern:

1) Die Römischcatholischc Religion zu beschützen.

2) Alle Feindschaften unter den Mitbrüdern zu he-ben. g) Dem König getreu zu seyn. 4) Am Festdes heil. Ianuarii als den .9 Sept. zu communici-ren. 5) Für die Seelenruhe eines jeden Ritters,der da stirbt, eine solenne Messe lesen zu lassen.

Niemanden zum Duell herauszufordern, nocheins anzunehmen u. s.w. 2) Ausserdem haben IhroMajestät »och einen Milirairorden, von St. Ca-rola genant, in eben dem Jahre gestiftet, davonsie gleichfalls selber Großmeister zu seyn sich erklärethaben. l>)

Von der Stiftung neuer Mönchsorden ist nichtsmerkwürdiges vorgekommen. Die guten Orbens-männer haben volle Arbeit gehabt, die Einrichtungund Stifter der bisherigen bey Ehren zu erhalten.So haben die Ooinunc.rner ihren Urheber wiederihre Ordcnsseinde in der Schrift vertheidiget gesehen: Vic clc 8. Uominiguc, par le ?. Hurnon,I7Z0 c): und die Jesuiten haben immer noch nö,

r) Genealog. ArchivariuS iyz6. p. 48<r.

») Genealog. Archivar, us »7zz. p. 44s» 671.

l> Eben daselbst p 68->.

c) Unschuldige Nachrichten §>740. x. 7x9.

thig gehabt, den Anfang und die Absichten ihresOrdens von den ungleichen Beurtheilungen undBeschreibungen anderer Ordensleute zu retten. Aneinigen Orten hat man die geistlichen Geselschaftengar als eine beschwerliche Last angesehen, davon mandie Staaten ehe zu erleichtern, als noch mehr zubeschweren trachten solle. In dieser Absicht wolteman in Spanien vor einigen Jahren eine Redukti-on anstellen, darinne man den Klöstern die reichenEinkünfte beschneiden, und ihnen nur so viel an,weisen wolte, als zu Erhaltung einer gewissen An-zahl Mönche nöthig sey st). Eben dergleichen hatteauch der Hof zu ! 7 seapolts vor, davon hernach nochetwas zu gedenken seyn wird.

XII.

Was hat man von dem ärgerlichen Lebender Mönche zu merken?

Auch davon werden immer ehe mehr als wenigerExempel betank. Die Jesuiten wurden vor nichtlanger Zeit, in der: HKoireicloz keligieux äc laLompägnio cie leluz, so zu Utrecht herauskam,mit, sehr heßlichen Farben abgemahlet. Ob mannun gleich sahe, daß der Verfasser kein Freund die-ses Ordens, und also nicht ganz unpartheylich war;so entdeckt er doch so viel von der gottlosen Lebens-art ihres Stifters, von den unverschämten Wesen,der ärgerlichen Lebensart, den listigen Händeln,und den bösen Absichten des grösten Theils dieserOrdensleute, daß es ihnen zu schlechter Ehre ge-reichte c). Zu Koni wurden 1737. zwey Aebtezum Tode »erdamt, weil sie so harter Verbrechenschuldig waren, die man aus Bescheidenheit nichtentdecken mögendoch erlangten sie noch auf einge-legte Verbitte Gnade k). Das Leben der Mönchein dieser heiligen Stadt ist die Zeit über so unor-deutlich gewesen, daß viele Mönche ihre Klösterverlassen, und sich in fremde Länder begeben haben,um einer desto freyeren Lebensart zu gemessen; derPabst sahe sich also genöthiget, die verlauster,enMönche I7Z8- durch ein besonderes Edict wiederzurück zu berufen: aber man hat nicht gemeldet,wie viel ihrer wiedergekommen sind. Zu s)urrsging eS nicht bester zu. Die Lanonici reguläre; vonSt. Ei oir hatten ganz unerlaubt liederlich gelebt,und bey den abscheulichsten Bosheiten so gar dieReguln des Wohlstandes ganz aus den Augen ge-setzt. Der General - Policeylieutnant begab sich da-her einömals in ihr Kloster, und lies rz. aus ih-ren

ä) Hill. Lcclet. 1'. I p. 958. 1?. H. p.e) ZuvcrlWge Nachrichten 1'. III. p. 7^.k, E» II,Ü. Um. II. x. z;6.