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H. Fortsetzung von I7g4. bis 1740.
in einer mündlichen Unterredung wider dessen Ein.würffe vertheidiget. Weil er nun bisher an e>ncinsehr grossen und woitläuftigen Werke wider dieSocinianer gearbeitet hatte, welches bald ans Lichttreten solle, so lies er vorher c»nc: Lompdlakionemcpiftolicam sä Ze-ciniano; inpriin»; sä 8sm. Lrelliumvirum cclcbrem er non in-i^ötuin iftorum omniumlioäic Lor^pb-um zu Amsterdam 1742. auf etlichenBogen drucken, welche er mit einem kleinen Hand.briefgen an Herr LrcUen hernach besonders schickte, -)Darauf folgte denn das grosse Werk selber: 6I»risLbriftl cc LIiriftiaoistni^pcrcLl^pcico-proplrecica, nccnon ^nri- 5 aclnianr et ^nci-Inäsica, zwey Bändein Folio. Der erste Band hatte eigentlich nur mitErklärung der Offenbarung Iohanms und andererBiblischen Bücher zu thun; der andere aber wargröstentheils der Widerlegung der Socinianer nachihren vornemsten Irrhümern gewidmet, r) Daraufwurde uns noch in dem Jahr 1740. von icmand,der Saume! Lrellen zu Amsterdam selber besucht,folgende besondere Nachricht ertheilet: Herr Crellstehe in dem 8l. Jahre seines Alters, sey bey zu-tcn Kräften des Leibes und Verstandes, wolte keinSocinianer, sondern ein Unitarius von einer beson.der Parthey der Anti-Trinitariorum seyn, und hal.ke sich übrigens zu den Rei .oburger Collegianrei».Er sey auch gesonnen auf Herr D. Langens Briefzu antworten, und habe die Hofnung, daß seineLehrsätze .wider die Dreyeinigkeit noch in der ganzenWelt Beyfall finden würden rc. u). Das übrige solletwa künftig folgen, wenn wir einmal sein ganzes Le.ben und Schriften zusammen zu erzehlen, Gelegen,heit haben.
Samuel itrell aberist es nicht allein, der socinia»Nische Irthümcr heget. In Holland findet mandergleichen Socinianer, und Anti-Trinitarier, garviel; die Socinianer haben an manchen Orten ihreeigenen Gemeinen, der heimlichen Socinianer aberfind vielleicht eben so viel, oder noch mehr,wie denn den Remonstranten und Arminianern da.selbst, wie auch vielen unter den Wiedertäufern diesocinianischen Irthümcr nicht selten öffentlich vor-geworfen werden x). Insonderheit ist von dem oftgedachten Arminianischen Professor .V tfkei.t betank, daß er'offenbar socinianische Lehren in seinenvormaligen Aemtern geheget und vorgetragen habeDenn als er noch Feldprediger zu Hcrzogenbuschwar, lies er solches schon in besondern und öffentlichen Reden zur Gnüge merken. Allein als er nachBafel kam, merkte man ausser den arrianischen Irr-
thümern noch andere an ihm. Man lies ihn durchseinen eigenen Vater, der daselbst im Prcdigamkestehet, deshalben zureden und warnen; aber es warumsonst. Als der Kirchen. Convcnt darauf die Sa-che genau vornahm, so überführte man ihn ausseinen Schriften, nachgeschriebenen CollegiiS undgeführten Reden, folgender Irrthümer: Er habeqelehret: i Christus sey dem Wesen und der Würdenach geringer, als der Vater, und solle nicht so,wie der Vater, angebetet werden. 2) Den heilig»nGeist, der ein Diener des Vaters und des Sohnssey, solle man gar nicht anbeten >): z) Er habedie Worte Gcnu^thuung il brüstt aus dem K,r-chengebrlc weggelassen; in der Ausgabe seines grie,chischen Neuen Testamentes fast alle Zeugnisse vordie Gottheit des Heylandes verderbet, und ausserdem noch gar viele andere Irrthümer geheget, als:'Böse Gedanken und Lüfte wären keine Sünden;es sey ein nntlcrer Zustand der Seelen nach demTode, da die Seelen bis an den jüngsten Tag schlie-fen; die Besessenen, denen Christus geholfen, hät»tcn r) nur natürliche Krankheiten gebabt; Iohan.nes der Täufer und die Apostel hätten ihremAnne qefehlet; in der Schrift stehe viel, so nachprsejuäiciiii schmecke; die Ewigkeit der Höllenstrafcnkönne nicht bewiesen werden u. s. w. Nachdem erzu Basel 17zc,. abgesetzet war, trauete man ihmauch in ^oll«mk> nicht einmal unter den Arminia-nern daselbst. Er sahe sich also grnöj.hizet, seinGlaubensbekcntniß heraus zu geben, dadurch er sichendlich noch in den Credit eines ächten Remon.stranten sezte. Daß man sich aber dem ohncrachteteben so viel gutes in Ansehung seiner Meynungenvon der GOttheit des Heilandes von ihm nicht ver.spreche, ist daraus abzunehmen, daß man ihm denAbdruck seines griechischen Testaments in Hollandnicht hat erlauben wollen a).
In Ostfriefibrird kam ein Prediger zu Bst'iguin,Iobaim Ioacbiw Kdl,,q in den Verdacht, daßer ein Socinianer sey. Er wolte das zwar nichtan sich kommen lassen, daß er die socinianische Irr-thümer gegen andere qelehret, und die ttotrbcit^'bristi verläuqnet habe, sondern gab die ganzeSache vor geistliche Anfechtungen aus, und versprachaus Furcht vor der Strafe, künftig die reine War-heit nach der Vorschrift unserer Glaubensbücher zulehren. Allein man konte ihm so viel eydliche Zerr.gen entgegen stellen, denen er seine Irthümer ein-gepräget und fortzupflanzen befehlen halte, daß er
die
») lliff. Lccleft l'om. IV.p. iry.
») Mostrs Lexicon der Gottesgelehrten p. Z70,v Frühaufgelesen F-ücht« 1740. p. ,14.r) Gökttns gel Europa 1. lil. p-
7- Acta oder Haitt luiigen betreffend die Irrthümer H.I. I- VV p. 46 >,or Unlch : 7 r''t"''cht. 17^8 p. 7 ?.s) Rmhiefs Grsch. der ^r,tz,ntn karr. V. x. -5.