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II. Fortsetzung von I7Z§. bis 1740.
rußischen Flottillen gcriethcn auf dem schwartn
Meere auch scharf an einander. Nachdem sich nunder vorgehabte FriedcnSeongreS zu Nimirow zer-schlagen, so wurde der Krieg in dem darauf folgen,den Jahren mit Eifer fortgesetzet. Die Russenwaren überall glücklich, und die ganze Molda unter-warf sich dem rußischen Scepter. Allein weil derrömische Kayser mit dem Türken so ««vermuthetFriede schloß, so erfolgte auch der Friede mit Rußlandgar bald, dessen völligen Innhalt man immer nichtrecht bekant machen wollen. 7)
Die lezte und wichtigste Serge der Kayserin wardie Nachfolge des Reichs; Sie hatte ihrer Schwc-ster Tochter, die Princeßin Anna von Mecklen-burg, anfangs dazu auSerschcn und solche an denPrinz Amoir Ulrich von Wolffenbi'ittcl 1659. ver-mahlet; wem die Russen, welche der Deutschen ihrerHerrschaft uberdrüßig waren, scheele Augen mach-ten. Man entdeckte daher mehr als eine Conspira-tiou und es wurden mit verschiedener Fürsten undansehnlichen des Reichs entsetzliche ErccutioneS vor-genommen. Als nun darauf 1740. die PrinceßinAnna einen Prinz zur Welt brachte, der zur griechi-schen Kirche solte erzogen werden, und die Kayserinkurze Zeit hernach das Ende ihres Lebens nahe zu seynvermerkte, so lies sie unter den ;tcn (16) Oktober eineVerordnung bekannt mache», Kraft welcher gedachterPrinz den rußischen Thron nach ihr..n erfolgten Ab-sterben besteigen solte; in einer andern aber wurde,befohlen, daß der Herzog vonCurland, welcher bisheralles bey der Kayserin vermocht, bis zu des jungenKaysers Majorennitat die Regentschaft führen solte:Worauf die Kayserin den 28. Oktober (17.ll.v-) ih-rem bestimmten Nachfolger durch den Tod Platzmachte. Die darauf entstandene Verwirrung diesesweitläuftigen Reichs werden sich künftig zusammenerzehlen lassen, r)
VII.
Wie hat es sonst in diesen Zriren ge-standen?
Eshat in diesem Zeitlaufe auch nicht an Landpla-gen gefehlet, welche den ausscrlichen Zustand derChristen durch Gottes gerechte Gerichte an manchenOrten elend genug gemacht haben. In den geführ-ten Kriegen, wo Christen gegen Christen gefochten, »stin DcurjHlanV und Italien insonderheit viel Blutvergossen, und so manche schöne Armee ruinirct wor-den. Das sonst gesegnete Königreich Ungarn hatnicht durch den Krieg mit den Türken viel ausgestan
den, daß man von dem Temeowarcr Bainrare bc
richtete: Man habe ihn nicht anders, als eine grosseEinöde und Verwüstung anzusehen, und zweifele, ober jemals wieder in den vorigen Stand kommen wer-de 2) sondern die Pest wütete auch in demselben undin den türkischen Landen, besonders aber zu Censtan-tinopel, dergestalt, daß viele rcxx>. Menschen da-durch hingeraffet wurden: Wie denn die Armeen nichtwenig darunter gelitten haben, b) In Deutsch-land hat man lange von keiner solchen Thcurungals i7Z8- und Z9> war, etwas gcwust. Die Sachekam so gar auf dem Reichstage zu Regcnsburg inBewegung, besonders da von vielen Jahren her keinsonderliches Mißwachs gewesen und solches unter an,dern auch dem Eigennutz der Verlauster und Auf«käuffer zuzuschreiben war. c) Das gute Sohle sie/,wurde insonderheit durch mehrmalige Wasfcrsiulhenund Hungcrsnoth Anno 17z6. und das folgendeJahr mitgenommen. Bey Menschen Gedenke» wü-ste man das Elend nicht, das; so viel 1022. Menschentäglich vor den Thüren betteln gehen und viele El-tern so gar ihre Kindern verstcsscn mustcn, um sichdes Hungers zu erwehren; wobey man allerhandExempel crzehltc, wie eine Mutter ihre eigen Kind,und eine Bauren-Familie andere Kinder umgebrachthätten, um solche zu verzehren. Wie oft wird mansich dabey des vormaligen Ubersiusses und der ge-wöhnlichen Verschwendung der Undankbaren habenerinnern können? Ausser den gewöhnlichen Erdbe-ben in Italien hat man auch eins als etwas unge-wöhnliches in Deutschland empfunden, welches 17^5in der Nacht zwischen den 21. und 22. August zuCölln, Maynz, und insonderheit zu Giesen gemer-ket worden, an welchem leztcren Orte die Erschütte,rung dergestalt stark gewesen, daß die Meublen in denHäusern und die Gebäude, und endlich gar dierichtSglocke dcrmassen in Bewegung gebracht wor-den, daß sie sechs bis 8- mal angeschlagen.
Die Holländer haben an den so genantenwürmeru eine erstaunende Landplage ausgestanden.Diese fanden sich I7Z4. in den so kostbar ausgeführ-ten Dämmen ein und durchbissen dieselben derge-stalt, daß man sich täglicher Überschwemmungen be-fahren muste, wobey alle angewandte Mittel ver-gebens waren, ei) An groscn FenerSbrünsteir hates so wenig in diesem Zcitlauf gefehlet, daß die Pal-käste der Grossen dieser Welt sich nicht einmal davorverwahren können. Dergleichen Unglück dem für«
trcstichcn
>) Neue europäische kämr 7'. VI. p. 4 , 4 .
-) Neue europäische krwr 1. VI. 4Z4. Eeneal- Nachr.I.H.p. z9z.jz4.6s-,
») Neue europäische k-m- 7 °. V. p. ior«.
b) Neue curop. I'-mal .V!. p.r4. Gcuealog.ArchivariuS
1 . VIII. y. 70 «. -
c) Ncuernrop.Fanrä'l'.II. x>. 992.9; i.T'.v.p.
H Ebrn dieselbe 7 . 1 . »17. 7. II. -.127.