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ll. Fortsetzung von I7z6. bis 1740.
ylS erster ComiNissarius zu Unterdrückung der Evan,gelischen zu Wien 17Z7. an Ihro kayscrliche 9 ?iasc.stät abgehen lies, darum er die b>rrcrstcn Klagenführte, daß man so wenig Sorge vor die Religionhabe und den Evangelischen zu Wien und in dastgerDiöeeS allerhand kleine Freyheiten einräume. K)Überhaupt haben die heimlich Evangelischen in denösterreichischen fanden der Gnade des KavserS ohn»erachtet wen-.g Trost und Hülfe bey ihren Bedrü-ckungen gefunden. Die, welche sich weder durchGewalt noch Versprechen von der erkanten Wahrheitwolren abbringen lasten, muftcn sich nach mancherleyausgestandenen Ungemach nach Siebenbürgen trans-p rtiren lasten, wo die allermeisten erkrankten undviele nach einander hinstürben. I)
In dem Reiche haben die Religio»sbedrückungenehe zu, als abgenommen, und den Gesandschaftenzu Regcnspurg viel zu schaffen gemacht. Unter an-dern sind diesen gen merkwürdig, welche die guteStadt Eronberg betroffcn.Die Stadt undHcrrschaftwar ehedem ganz evangelisch lutherisch, b»ö 0er letzteGras sich zur römischen Religion wandte, und denpäbstischen Gottesdienst vor sich und die semigcn aufdem Schlosse einführte. Räch Absterben des letz-ten GrafenS stel die Herrschaft dem Churfürsten vonMayuz zu, und ohncrachtek wenig Papisten zuCron-beig waren, welche ihren Gottesdienst gar füglichauf dem Schlöffe hatten abwarten können, so dauereman doch nicht weil von der Lutherischen eine neue«otholische Kirche, worzu die Evangelischen dasIhrige beytragen mustcn. Diese klagten so wohlüber dieses, als über die neue Kirche selbst, vordem Reichs - Eammergerichte und brachten die Sa-che nach Regenspgrg. Es liefen InlcrceßioncS vondem Corpore cvangelico, und Ioro Majestät vonPreussen genug ein, aber man kehrte sich zu Maynzan nichts. Man suchte die arme Gemeinde in ei-nen kostbahren Proceß zu verwickeln m) man nöthigtesie zu Mltfcyerung der römischrathol,schon Feyerta-qe; man stellte ProceßioneS an, und legte zuletzt dersämmtlichen evangelischen Bürgerschaft auf, daß siedie Stadt in t Wochen räumen und ihre Güterverkaufen, widrigenfalls aber gewärtigen selten,daß diese gerichtlich verauctioniret würden. Es liefdaher eine weitläuftiqe Schrift deswegen nach derandern e»n. Der Landgraf zu Darmstadt nahm sichder Gemeinde selber an; aber dadurch wurde dieSache eher schlimmer als besser gemacht. Denn in-dem man äusserlich von Maynzischer Seite vorgab,als ob man einigen Beschwerden abhelfen wolle, sodruckte man die arme Leute unter der Hand immer
I^Neut turov.kam-l'.N p.874 lnlk.eccl.'I'.ll. p.177-
l) Eben dieselbeIII p. > >6>.
m) Frühaufgelrsenc Früchte »7z 9. p- l2.
härter,' und die Zeit muß lehren, ob dieselben nocheinige Hülfe zu erwarten, oder durch die Länge derZeit ihre Gewissens-und Religion-freyheit der Ver-wegenheit der..römischen Clerisey ausopfern müs-sen. n)
In dem haben die Evan-
gelischen verschiedene wichtige Beschwerden führenmüssen. Denn da man erstlich nur ein paar Patresvon den Capuciner Orden m der Stadt Sulzbach auf-genommen, so gingen dieselben so weit, daß sie 17,)ein würkliches Closter aufzurichten, und eine Kircheoder Capelle daran zu bauen, Anstalt machten, auchvon den Unterthanen mit allerley Victualien verse-hen zu werden begehrten. Ohnerachret man nunhierüber die gehörigen Beschwerden führte, so wurdedoch in den folgenden Jahren gedachter Bau voll-führet, die Zahl der Eapuciner vermehret, und duBedrängnüsse dergestalt vergrößert, daß in denRaths- und RegierungscolleguS die Evangelischenimmer mehr und mehr ausgeschlossen und unter-drückt wurden; dergleichen auch in den übrigen Pfal-jisch-Sulzbachlsiben Landen geschehen n)
Zu L >e»t«.'er'si)0l n ,n der Unterpfalz plagte dieFrey Frau von ^ ihre evangelische» Un-
terthanen dergestalt, das dieselben, ohnerachtcc siedie völlige Rcligronsfreyhet daselbst haben, in diepäbsiische Kirche gehen, keinen Schulmeister haltenund überhaupt sich der ihnen zukommenden Rechtebegeben sollen. Die, so es nickt thaten, wurden un-barmherzig mit Gefängniß, Stockhause und Arbeittracriret, die ganze Gemeinde aber 17,7. zu einerunmäßigen Geldstrafe verdammet, p)
Zu Lkvon. tro einem dem Grafen von Wolssteinunrer der Churpfälzischen Regierung zu Neudurggehörige» Ort, hatten die Evangelischen mit denwenigen Catholischcn allda die Marie» Kirche gemein,doch so, baß die Catholischcn nur alle I> Tage denGottesdienst darinne halten durften, aber nach ver-schiedenen andern Bedrängnissen musten die Evan-gelischen auch diese Kirche gar nebst dem Kirchhofeund Schulhause völlig räumen; und sich mit einemkleinen und sehr schlechten Kircklein, so ihnen ander-wärts angewiesen wurde, behelfen; wobey die Catbo-lischen auf dem Kirchhofe und nur dem Kwchenor«nat sich ganz »»christlich verhielten. Doch wurdenjene 17Z9. auf allerhöchsten Hiäyserlichen Befehlwieder in den Genuß ihrer vorigen Rechte gesetzt, g)
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n) Neue eurov k.rni r IV p. 7,;. I'. V. p. I I«. »4«Vt. p.ryü. bist. ecclek. I . III. p. 49«. »89. ck. IV.p. 1.
«) bllkor. ecclek. 1 °. II. p. 517. 1 '. IV. p. zr.
ps b>lk. eccicil ^ II. p. 540.
g) Eben dieselbe I . II. p. 92 l. 1 °. III. p. 1. 1 . IV. p.
r8. ldl.
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