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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
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§78

il. Fortsetzung von 17)6. bis 1740.

In Böhmen ist die Anzahl der Hußiten noch! Das Vl Tapire!

ziemlich groS- Aber die carhslischeGeistlichkeit den-'d0M lttNkrllchcN ZustüNdt dtk

ket von Tag zu Tage mehr auf die Unterdrückungderselben. Man hat 17z- ein Verzeichniß solcherLeute gemacht, darauf viel lovo gestanden, das miteiner Vorstellung wider sie an den KayserlichenHofgeschickt wurde, r) Die Zeit wird lehren, ob beyveränderten Umständen des Hofs zu Wien künftigetwas vor die Gewiffensfreyheit der armen Leute zuhoffen sey.

In polen gingen die Verfolgungen der bedräng-ten Protestanten vor einigen Jahren von neuen an.Die Jesuiten in Dorrn, welche Stadt schon mehrsolche traurige Begebenheiten erfahren hat,

Kirchen.

Hier soll« eine Beschreibung theils von dem recht-schaffenen Zustande, theils von dem Verfall desChristenthums folgen; allein beydes «st so beschaffen,daß in einer so kurzen Zeit sich keine merkwürdigeVeränderung erzehlen löst. So viel das erster»betrift, hat man sich droben in dem ersten Capitelangelegen seyn lassen, den Zustand der reinen teh»rer etwa« umständlicher, als sonst vorzustellen. Eshak auch nicht an Leuten gefehlet, welche das Chri,stenthum zur Ausübung gebracht und Glaube» und

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Likthauen einen starken Tribut gefordert, und als sie

denselben zu erlegen sich nicht in Stande befanden,sind ihnen so gar die Kirchen zum theil geschloffenworden. Die guten Leute sind so unglücklich dabey,daß sie sich nach keinem auswärtigen Norsprucheumsehen dürfen, weil in der unter Ihro ietzl regie.renden Königlichen Majestät gemachten Eonstiku-tion die Strafe des Hochverraths darauf gesetzetworden , wenn die Dißidenten fremde Hülfe undBeystand suchen würden a)

der Warheit willen ausgegangrnrn redlichen Leute,manchen weichen Christen beschämet, und ein«Probe des guten innern Zustandes dieser Leutegegeben. Man darf der evangelischen Kirche denVonvurf immer weniger machen, daß wie sie dirguten Werke nicht zu dem Werke der Rechtserti-gung haben wil, sie dieselben auch in der Erneu«rung und Ausübung des Christenthums nicht auf,weisen könne. Hingegen hat sich auch der Versaldeö Christenthums noch wie vormals, entw der in

Beystand suchen würden a). Man erhält daher - 7 ' ^ ^ « ^

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tesdienst verboten, Kirchen versiegelt und ihrePre-

diger aus dem Lande vertrieben worden; wie denninsonderheit der bisherige Primas und Erzbischofvon Gnesen in seinen Dioecescn den Dißidenten nichtgern einen Ort zur öffentlichen Rellgionsübung übriggelassen hat b).

Man hat auchs die Verdrängung der evanqeli-schen Religion auf das Herzogthum Curland auszu-dehnen gesucht, darinne doch die Evangelischen soalte und unwidersprechliche Rechte haben. Dennals der Graf von Duou als Herzog von Curlandvon der Krön Polen bestätiget wurde, so rückteman auch unter die vorgeschriebenen Bedingungendiese mit «>n: die Catholische Religion solle im Lan-de die völlige Freyheit haben; man solle ihnen neueKirchen erbauen und die alten wiedergeben, die

seinen herrschenden Begierden zu geben gewust hat,merklich genug vffcnbahret.

2?.rs VII. C-rvit-e'.

Von den Nebensachen«

i.

Was wird in diesem Capitel vorkomme»?

Drcyerlcy:

1. Der Zustand dos Iudenthums.il. vor Zustand dos Hexdeurhums.

Hl. Die vermischte,» Hlebcnsachea.

II.

Was hat man von dem Zustande des Jludcmhums zu merkril?

So merkwürdig als es ist, duß die Juden ii»dem Königreiche NeapoliS durch eine besondere Ann«»740. ergangene königliche Verordnung nicht nur

K.rchenguter von allen Anlagen befreycn rc. rc. d.e'völlige Aufnahmesondern auch alle pr.v.legiaDoch haben diese Punkte wegen des mächtigen Bey Freybe.t.n erhalten, derglc.a rn sie seit vielenst ,des des rusiischen Hofes vernntthl.ch nicht alle hundert Jahren an keinem Orte genossen; darüberdurch polnische Gewalt b.shero zur Vollziehung ge- ^ch die neapol.tani.chen Einwohner und .nsondn«bracht werden können c). 'he»t dw Geistlichen eine schlechte Zufriedenheit bc»

zeugt haben st); so empsindlich wehe muste es ihn»»

thun,

r) Eben dieselben "V v. p. 159.

,) bilkar. ecclel'. 1. H. p. 7 z 6 . 1,47,

b) Dieselbe l. V. x>. , 78 -

c) Eben dieselbe 1*. ll. p. 7Z9«

<l) Neue europ krma 1 . V,tultur. ««lleL t. IV. z>. 8L9.

x. »«7 tpt-