Thcaterrnailuscript des Lothar
SS
Ihr Fürsten, was beschließt'ihr?
Ermelyn. Wir stehn zu dir,
König und Herr. Gib Urlaub mir; ich sichreNach Strasburg gleich sechstausend Mann zum Sturm.Graf v. Hennegau. Du kennst die starke Macht des HennegauS.Bald stehn mir bei zweitausend Hirten gerüstet,
Von denen jeder einen Stier bezwingt.
Konr. (kniet vor Waldraden) Hochedle Königin, ich bin nicht jung.Doch auch zu alt nicht zu dem Ritterthum:
Geruhet mich zum Ritter euch zu wählen.
Denn groß fürwahr ist eurer Schönheit Macht,
Und für die Schönheit kämpfen Männerschwerter'.
Waldr. Nun bin ich Königin, ich fühl' es stolz»
Da Lothrings beßtes Schwert vor mir sich neigt!
Loth. Wolan, zum Werk! Mein Dank für euch, ihr Herrn,Die ihr mir Hülfe zu diesem Krieg geboten,"
Ich geb' euch Urlaub. Konrad, tritt zu mir.
Dir lieh ich Elsaß, und du hast es treuBisher gehütet. Dieß gibt mir den Muth,
Dich hoch zu stellen, fast so hoch als mich.
Knie nieder.
(Konrad kniet. Lothar siebt auf und zieht das Schwert.)Hiermit setz' ich, Konrad, dichAls Grafen in die Landschaft deines Feindes.
Denn über Graf Hubert sprech' ich die Acht,
Und gebe dir das Lehn, das heut verfällt.
(Zum Kardinal:) Und nun zu dir, den Rom gesandt. Dieß RomIst eine Stadt im Land des Kaisers Ludwig,
Wie andre Städte viel. Der Bischof RomsIst sein Vasall, wie Andre. Ludwig istMein Bruder und wird euch die Frage stellenNach eurem Recht, mit Königen zu hadern.
Ihr Herrn, euch lad' ich gleich zur Trauung ein,
Graf Konrad führt die Braut. Ordnet den Zug!
(Lothar tritt vom Thron hcrab und nähert sich Waldraden,d'.c in seine Arme stürzt.)