1781
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stießen, hier seine Stelle finden mag. „Die französische Depesche —schreibt Wyß — wurde am letzten Donnerstag in die Versammlungdes Großen Rathes gebracht und am Ende der Session vorgelesen.Der Inhalt verursachte eine allgemeine Bestürzung und es wurdebeliebt, daß der Geheime Rath und Zugeordnete dieselbe zuerst inBerathung nehmen sollen. In der Geheimen Raths Versammlung sollHr. Seckelmeister Kilchsperger alle Kräfte aufgeboten haben, die Noth-wendigkeit vorzustellen, auf unsern ersten Gesinnungen zu beharren,dem französischen Hof nochmals anzutragen, die Mediation in Genfzu belassen, und dann den zweiten, noch wichtigeren Gegenstand desfranzösischen Schreibens mit aller Freimüthigkeit und Darlegungunserer republikanischen Grundsätze zu refutiren und dem französischenHos den unabänderlichen Entschluß zu äußern, zu keinen Zeiten dazuHand zu bieten, Genf eine neue Konstitution aufzudringen. JhroGnaden Ott ließ es nicht allein dabei bewenden, Hrn. SeckelmeisterKilchsperger zu widerlegen und seinen Gesinnungen mit seiner bekanntenGeschicklichkeit das Uebergewicht zu geben, sondern suchte den Gründendes Hrn. Seckelmeister einen lächerlichen Anstrich und eine beleidi-gende Auslegung zu geben, welche Anzüglichkeiten aber Hr. Seckel-meister, ungeachtet seiner sonst ziemlich leicht gereizten Empfindlichkeit,kaltblütig beantwortete. Jhro Gn. Ott fand es unpolitisch und starr-köpfig, das französische Ministerium auch jetzt noch mit solchemWiderspruch zu belästigen und nicht äs könne Zraee in solchen Neben-sachen nachzugeben; er Hütte zwar auch gewünscht, daß die Mediationin Genf bleibe, und sehe die Gründe dafür so gut als Andere ein,aber es lasse sich doch nicht bestimmt behaupten, daß nicht an einemdritten Orte die Mediation auch unparteiisch geführt werdenskönne;wenn man auf diesem Punkte nachgebe, könne man auf die Haupt-sache um so stärker einwirken. Hr. Gerichtschreiber Jrminger brachteden Gedanken einer Vorkonferenz in Solothurn zur Vereinbarungüber die Grundsätze der künftigen Negotiation und Fortsetzung derSache in Genf; er wurde von Professor Füßli unterstützt, ließ aberden Antrag wieder fallen. Am Schlüsse vereinigte man sich ausPolitik, aber mit Mühe, zu dem dem Großen Rathe vorzulegendenProjekt. Hier fand das Gutachten keinen beharrlichen Widerstand.Hr. Dr. und Rathsherr Hirzel wollte zwar den Gedanken, den Hr.Jrminger gehabt, als die schicklichste Auskunft mit vielem Pomp als