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1799
portirt werden könnten. Wir sind aber bereits an vielerlei Unbe-quemlichkeiten gewöhnt, was uns auch schwereres Ungemach erleich-tern wird." — Die Gattin am 16. April: „Es ist eine große Wohl-that für Dich, daß Du Deinem Vater so nützlich sein kannst. Hierhättest Du Sehnsucht darnach und ich erinnere mich, wie Dir, als ichbei unserm letzten Nachtessen unsere Trennung so wenig ahnend sagte:Du hast nun viele Stunden übrig, die Du bei dem Vater zubrachtest,die Thränen in die Augen traten und Du ganz niedergeschlagen wurdest.Die Knaben grüßen Dich sehr. David wollte Dir immer sein liebstesSpielzeug, die schöne Kanone schicken."
Beinahe 5 Monate dauerte die Einschließung in Basel. Siewurde aber bald weniger strenge. Besuche von befreundeten Basiern,so den sehr gefällig und hülsreich sich erweisenden HH. Kantons-gerichtsprüsidenten Bischer und Rathsherr von Mechel, wurden ge-stattet, und einzeln durften die Gefangenen in Begleit eines Basler-freundes auch einen Gang in die freie Luft unternehmen. In derletzten Zeit wurde auch Besuch in einzelnen Baslerhäusern und Theil-nahme an daselbst versammelten Gesellschaften erlaubt. Von demfreundlich gesinnten, tüchtigen und loyalen Regierungsstatthalter Schmidwurde alles gethan, was in seinen Kräften stand, um den Zustundzu erleichtern. Diese Gesinnung Schmid's kam besonders PfarrerLavater zu gute, der seine unerschrockene Bekämpfung des herrscheu-den Terrorismus am 14. Mai ebenfalls durch plötzliche Verhaftungin Baden, wo er gerade die Kur gebrauchte und krank im Bette lag,und Abführung nach Basel mit dem Begleite von Dragonern büßenmußte. Er erhielt seine Wohnung bei dem Statthalter Schmid undkam bald mit dem Hauswirth in ein sehr freundschaftliches Verhältniß.Mit den andern Zürchern durfte er aber erst nach seiner Freilassungin Verkehr treten'). Die Lage der Gefangenen war hiernach sehr
Er schreibt hierüber u. a.: „Mit Hrn. a. Bürgermeister Wyß und Sohnspazirte ich auf der Pfalz. Wir sprachen über Manches, besonders über die Un-veränderlichkeit der Menschen und der menschlichen Natur und die unsinnige Thor-heit unsers Zeitalters, die vermessensten Versuche zu wagen, sie durch Schriften,Dekrete, Bajonette zu bekehren, umzuschaffen, zu regeneriren und mit einmal zurVollkommenheit hinzndeklamiren, hinzujagen, hinzupeitschen, hinzumorden. MitRührung nahm ich Abschied von diesen verehrungswürdigen Männern, die ihrUnglück mit der Ruhe des Weisen und der Heiterkeit der Unschuld, jedoch nichtohne Wehmuth über den Verfall ihres Vaterlandes ertrugen." (FreimüthigeBriefe II, 194.)