Band 
Erster Band.
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1799

behaupteter Beihülfe zu Desertion von Eliten gefangen gesetzt wordenwaren. Er schreibt am 18. Juni: „Seit ein paar Tagen beschäftigt michdie Absicht, einigen zu bedauernden Landsleuten in enger Gefangen-schaft aus großer Noth zu helfen, auf mancherlei Weise. Kaum darfich einstweilen großen Erfolg hoffen. Derselbe würde mir sonstalles Ungemach der vergangenen Wochen ersetzen." Am 20. Juli:„In voriger Woche hatte ich das Vergnügen, zur Befreiung von 4Hausvatern und 2 Weibern aus der Grafschaft Baden und Frickthalund zur Cassirung eines Todesurtheils über 2 andere Gefangenewirksam beizutragen; ich verfertigte für den ääkenseur oktieiel dieservor französisches Kriegsgericht gestellten armen, meist ganz unschul-digen Leute, die man sämmtlich der Desertionsbegünstigung beschuldigthatte, die nöthigen mämoirss. Mit den Neftenbachern dagegenkommen wir noch nicht zurecht, aller Mühe ungeachtet ^)." Auchandern Gefangenen konnte indirekt einige Hülfe zugewandt werden.Wyß schreibt am 26. Juni: „Die zahlreichen Geisel von Glarus,Uri, Unterwalden, Appenzell haben jetzt etwas mehr Freiheit alsAnfangs. Viele bringen einen beträchtlichen Theil ihrer Zeit mitGebet zu und sind dürftige Leute, die zum Theil ihre Wohnungenund kleines Vermögen durch Brand und Plünderung verloren haben."

In Zürich war unterdessen eine große Veränderung eingetreten.Beim Einmarsch der Oestreichs waren der Statthalter Pfenningerund die drei der Landschaft angehörigen Mitglieder der Verwaltungs-kammer entflohen. Es fragte sich nun, wer die Regierung führensolle. Die Lage war mißlich, das Land verheert, neue große For-derungen zu erwarten und die Cassen leer. Kühn hatte noch in denletzten Tagen auf Befehl des Direktoriums den Bestand aller öffent-lichen Cassen und selbst alle dem Fiskus zugehörigen ausländischenund einheimischen Schuldtitel mit sich fortgenommen. Die nochübrigen Mitglieder der Verwaltungskammer, der Präsident a. Statt-halter Wyß und a. Stadtschreiber Escher, wandten sich an GeneralHotze, und dieser erklärte als Meinung des Erzherzogs, die Behördensollen provisorisch die Geschäfte fortführen und 9 neue Mitglieder

y Später erlangten sie aber doch ihre Freilassung, wie in Meyer's HotzeS. 291 erzählt wird, in Folge einer mit Geschenken im Betrage von 37 Louis-d'ors begleiteten Fürsprache.