1799
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von Muralt, dem nachherigen Bürgermeister'), der als junger Mannin dem Freiwilligenbataillon gedient und deßhalb an der FluchtTheil genommen hatte. Sie lauten: „Der gewesene BürgermeisterWyß zog abermalige Selbstverbannung abermaliger Gesangenschastvor und ertheilte auf dem Landsitze zu Meilen mit ruhiger Ge-lassenheit die Befehle zur Abreise. Zu Meilen selbst und in derNähe halten eine ziemliche Anzahl theils Militär- theils Civil-personen die Nacht zugebracht, alle gesonnen durch das Oberlandgegen Graubündten zu ziehen. Aus der Zahl derselben führe icheinzig noch den Schultheißen Steiger namentlich an. Am frühenMorgen setzte sich ein bedeutender Zug von Wagen, von Reiternund Fußgängern in Bewegung. In einem der Wagen saß Bürger-meister Wyß, sein Sohn und dessen Gemahlin. Nach Verflußweniger Stunden geriethen durch ein Mißgeschick alle in Gefahr vonden Franzosen gefangen zu werden. Der ganze Zug mußte nichtohne große Schwierigkeit umwenden und eine andere Richtung ein-schlagen. Ernst aber klaglos gewärtigte der alte Bürgermeister seinSchicksal, und hier verlor ich denselben aus den Augen bis amMittag des folgenden Tages, wo ich ihn zu Constanz wieder sah.Auch dort war weder für ihn, noch für uns Ruhe zu finden. Wirbegaben uns nach Lindau, wo ich ihn während mehrerer Wochentäglich sehen und sprechen konnte. Noch jetzt so oft ich will erblickeich ihn vor mir, den alten, weisen Mann. Der Ausdruck seinesGesichtes war sehr ernst, doch freundlich; gewöhnlich trug er einenweiten Schlafrock, sein ehrwürdig kahles Haupt war mit einemschwarz sammtnen Barete bedeckt. In der Regel saß er oben aneinem Tisch und hatte eine Bibel vor sich aufgeschlagen, aus welcher erErgebung, Trost und Hoffnung schöpfte. Auf leutselige, doch häufigfein ironische Weise erkundigte er sich nach unserer Art die Zeit an-zuwenden, nach den Berichten, nach denen wir mitten im Getümmelzweier sich eben dort sammelnder Heere nicht immer mit der größtenKlugheit haschten, und gab uns dann weise Lehren für Gegenwartund Zukunft, ohne je ein Wort des Haffes oder der Rachsucht fallenzu lassen. Sein Sohn stand gewissermaßen in der Mitte zwischen
i) Sie wurden aufgezeichnet in einer Gedächtnißrede auf Wyß, welche Hr.V- Muralt 1841 in der Versammlung der Gesellschaft der „Böcke" hielt.