nicht hübscher machte, aber nicht unerklärlich war; denn siehatten offenbar mehr als genug Einquartierung. Alle Fensterwaren voll blauer Preußen.
So ging es fort bergauf und thalab, durch Wäldchen, durchDörfer nach Saint Avold, wo wir etwa halb fünf Uhr ein-trafen und allesammt mit dem Kanzler auf der Rue desLharrons Rr. 30 s, im Hause eines Herrn Laity einquartiertwurden. Es war ein einstöckiges Haus mit weißen Jalousien,das in der Front nur fünf Fenster hatte, aber eine bedeutendeTiefe besaß und deshalb ziemlich geräumig war. Bach hintenzu öffnete es sich auf einen gutgepflegten, von Gängen durch-schnittenen Obst- und Gemüsegarten. Der Besitzer, der einverabschiedeter Offizier -sein sollte und dem Anschein nach wohl-habend war, hatte sich am Tage vor unserer Ankunft mit seinerFrau entfernt und nur ein altes Weib, das lediglich französischsprach, sowie eine Magd zurückgelassen. Der Minister bewohntedas eine Dorderzimmer, die ,Uebrigen theilten sich in die aufden Gang, der zu den Hinteren Gemächern führte, mündendenStuben. In einer halben Stunde war in dem ersten jenerHinteren Räume das Bureau eingerichtet, das zugleich als Schlaf-stätte für Keudell dienen sollte. Das Zimmer daneben, welchesebenfalls auf den Garten hinaussah, wurde für Abeken undmich bestimmt. Jener schlief in einem Himmelbett in einerWandnische, wobei er sich zu Häupten das Bild des Gekreuzigten,und über den Füßen eine Mutter Gottes mit dem blutendenHerzen hatte — die Leute im Hause waren also wohl katholisch.Für mich machte man ein bequemes Lager auf den Dielen zu-recht. Das Bureau begann sofort fleißig zu arbeiten, und daes -für mich vorläufig in meinem Fache nichts zu thun gab,versuchte ich beim Dechiffriren von Depeschen zu helfen, einerManipulation, die keine erheblichen Schwierigkeiten bietet.