Band 
Erster Band.
Seite
72
JPEG-Download
 

einer Tonne, auf die zur Erhöhung ein niedriger Aasten kam,und einer ausgehobnen Thür, die vorn Künstler über Backtrogund Aasten gelegt wurde, ein stattlicher Tisch hergerichtet, anwelchem der Bundeskanzler später mit uns frühstückte unddinirte, während in der Zwischenzeit zwischen Frühstück undMittagsbrot wie zwischen diesem und dem Thee die Räthe undSekretäre die weltbewegenden Gedanken, die der Graf im Zimmerunter uns dachte, in Depeschen, Instructionen, Telegramme undZeitungsartikel verwandelten und säuberlich zu Papier brachten.Dem Mangel an Stühlen wurde durch eine Bank aus der Aücheund den einen und den andern Aoffer zufriedenstellend abge-holfen. Ein rissiges, gichtbrüchiges Waschbecken, welches Willisch,als einstiger Seemann im pesteln geschickt, mit Hülfe von Siegel-lack wieder dicht gemacht hatte, und ein großer eiserner Topfaus der Aüche, der andern unvermeidlichen Geschäften diente,sahen unter den Betten hervor verstohlen und ein wenig ver-schämt den Arbeitenden und Speisenden zu. Als Leuchter wurdenuns wie dem Minister leergetrunkne Weinbouteillen — Erfahrunglehrte, daß Ehampagnerflaschen der Art sich am besten dazueignen — geliefert, in deren Hälsen gutgemachte Stearinkerzenwirklich ganz ebenso hell brennen wie in den Tüllen silbernerKandelaber. Weniger leicht und befriedigend als zu Geräth,Geschirr und Beleuchtung vermochten wir uns jetzt und späterzu dem nöthigen Waschwasser zu verhelfen, da sogar Trink-wasser schwer zu haben war, indem die Menschenmasse, die seitzwei Tagen die Brunnen des kleinen Llermont aussaugte, dasvorhandene Naß für sich und die Pferde herausgepumpt hatte.Nur einer von uns, überhaupt anspruchsvoller als billig undauch sonst zum Nörgeln geneigt, jammerte über diese und anderekleine Mißlichkeiten. Die Uebrigen, darunter der vielgereisteAbeken, schienen sie mit mir guten Humors als das Salz unserer