Band 
Erster Band.
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Nach ungewöhnlich langer Fahrt, erst gegen sieben Uhr-Abends, kamen wir über Berg und Thal nach unserm dieß-maligen Bestimmungsorte, dem Städtchen oder Flecken ven-dresse. Unterwegs wurden verschiedene große Dörfer, auch einpaar Schlösser, darunter ein alterthümliches, burgartiges mit dickenEckthürmen, desgleichen ein Kanal mit alten Bäumen zu beidenSeiten passirt, letzterer in einer Gegend, durch deren Charaktersich der Kanzler an belgische Landschaften erinnert fand. Indem einen Dorfe steht Ludwig pietsch aus Berlin, vermuthlichals Kriegscorrespondent mitgezogen, am Fenster, sieht mich undgrüßt schreiend herunter. Im nächsten, Chemery, wird einehalbe Stunde Halt gemacht, indem der König mehrere Infanterie-regimenter an sich vorbeidefiliren läßt und die üblichen Hurrahsin Empfang nimmt.

In Vendresse stieg der Kanzler im Hause der WittweBaudelot ab, wo inzwischen auch die andern Herren seinerUmgebung eingetroffen waren und sich eingerichtet hatten. Keudellund Abeken, die von Busancy, wenn ich nicht irre, hierher ge-ritten waren, war das Abenteuer passirt, daß im Walde hinterSommauthe oder bei Stonn plötzlich acht oder zehn französischeSoldaten mit Chassepots vor ihnen aus dem Dickicht hervor-getaucht und wieder verschwunden waren. Die Herren Räthewaren darauf, wie ganz in der Ordnung, umgekehrt und hatteneinen weniger bedenklichen weg eingeschlagen. Nicht unmöglichwar, daß beide Theile vor einander das weite gesucht hatten.Samt Blanquart aber, der mit Bölsing und willisch den gleichenweg gefahren war und die Erscheinung der verdächtigen Rothhosenauch erlebt hatte, war fortan der Ueberzeugung, daß er seinLeben für das Vaterland eingesetzt habe. Endlich konnten auchHatzfeld und Bismarck-Bohlen sich rühmen, eine hübsche kleineHeldenthat verrichtet zu haben: sie hatten, wenn mir recht ist