Band 
Erster Band.
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solches Verlangen ist aber völlig ungerechtfertigt; es stellen,beißt die Natur politischer Dinge, unter welche die BegriffeStrafe, Lohn, Rache nicht gehören, gänzlich mißverstehen, ihmentsprechen, hieße das Wesen der Politik fälschen. Die Politikhat die Bestrafung etwaiger Versündigungen von Fürsten undVölkern gegen das Moralgesetz der göttlichen Vorsehung, demLenker der Schlachten, zu überlassen. Sie hat weder die Be-sugniß noch die Pflicht, das Richteramt zu üben, sie hat sichunter allen Umständen einzig und allein zu fragen: was ist hier-bei der Vortheil meines Landes, wie nehme ich diesen Vortheilam Besten und Fruchtbarsten wahr? Gemüthliche Regungen habenauf dem Gebiete der politischen Berechnung so wenig Bürgerrechtals auf dem des ksandels. Die Politik hat nicht zu rächen, wasgeschehen ist, sondern zu sorgen, daß es nicht wieder geschehe.

Indem wir diese Grundsätze auf unsern Fall, auf dasVerfahren gegen den besiegten und gefangnen Kaiser der Fran-zosen anwenden, erlauben wir uns die Frage: wie kämen wirdazu, den zweiten December, die Sicherheitsgesetze, die Vorgängein Mexiko — wie sehr wir alles das mißbilligen mögen — anihm zu strafen? Nicht einmal an Rache für den jetzt von ihmheraufbeschwornen Krieg erlaubt uns das Gesetz der Politikzu denken, und gestattete es den Gedanken, so wäre nicht blosan Napoleon, sondern so ziemlich an jedem einzelnen Franzosen,etwa in der von der National-Zeitung erwähnten Blücherschenweise, Rache zu nehmen; denn ganz Frankreich hat, wie seinesünsunddreißig Millionen Einwohner die mexikanische Expeditionguthießen, auch den jetzigen Krieg, und zwar mit dem höchstenEifer, gewollt. Deutschland hat sich einfach die weitere Fragevorzulegen: was nützt uns unter so bewandten Umständen mehr,ein schlechtbehandelter oder ein gutbehandelter Napoleon? undwir denken, daß die Frage sich nicht schwer beantworten läßt.