Band 
Erster Band.
Seite
239
JPEG-Download
 

259

meile lang sein mag, zeigt derartige Kunstwerke. Mehr Werthhaben meinem Geschmack nach einige von den Marmorbild-säulen, die an den Gängen stehen, welche vom zweiten Wasser-becken nach dein dritten führen. Der park ist ungemein großund nicht so steif und architektonisch zugestutzt, als ich mir ihnnach Beschreibungen vorstellte. Nur die zu Kegeln und Pyra-miden verschnittenen Bäume und Sträucher an der Freitreppefind unerfreuliche Künstelei.

Bei Tische fehlte Gras Bismarck-Bohlen. Hexenschuß,meinten die Einen, Blasenleiden die Andern. — Früh hatteKeudell zu mir geäußert, drei Wochen würde unser Aufenthaltin Versailles wohl dauern. Metz würde zwar bald kapitulirenmüssen, da sie dort nur noch Pferdefleisch und kein Salz dazuhätten. Aber in Paris wäre man guten Muthes, obwohl man,da sie das Vieh meist mit comprimirtem Futter nährten, vieleThiere sterben sähe, was Burnside, der inzwischen in Parisgewesen war, dann im Bureau bestätigte, weniger sanguinischurtheilte jetzt der Minister. Es war wieder von den Uniformender Sekretäre die Rede, und der Ehef meinte im Zusammenhangedamit, der Krieg könne noch lange währen, vielleicht bis Weih-nachten, möglicherweise bis Gstern, und die Soldaten würdenzum Theil wohl noch Jahre lang in Frankreich bleiben. Manhätte Paris gleich am s8. September stürmen sollen. Er sagtedann zu seinem Kammerdiener: „Hören Sie mal, Engel, lassenSie doch von Berlin meinen pelz schicken — oder besser beide,den Schuppenpelz und den leichten, dünnen". — — — DasGespräch drehte sich dann um das Leben, das mit den Fürst-lichkeiten der verschiedenen Hauptquartiere in das Hotel desReservoirs eingezogen war, und um die Frage, ob die Kostenfür ihre Verpflegung vom König, von ihnen selbst oder von derStadt bestritten würden.-—