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der, glaub ich, einmal sächsischer Gesandter in Paris war, undder mit Leflo und Trochu befreundet ist, die Absicht, dem Kanzlerseine Beihülfe zu einer Verständigung mit den Parisern an-zutragen. -- —
Beim Kaffee spielte Keudell dem Minister aus dem Pianinodes Salons sanfte Phantasien vor. Er sagte mir nachher aus»reine Frage, ob der Thef Sinn für Musik habe, ja wohl, ob-gleich er nicht selbst spiele. „Sie werden auch bemerkt haben",setzte er hinzu, „daß er leise mitsingt. Es ist das gut für seineBerven, die heute sehr angegriffen sind".
Abends erschien der Nuntius Thigi mit einem ebenfallsgeistlich gekleideten Begleiter. Er hatte eine lange Unterredungmit dem Kanzler und will morgen weiter nach Tours. VonGesandten sind jetzt, wie es heißt, nur noch der belgische, derholländische, der portugiesische, der schweizerische, derjenige dervereinigten Staaten und einige südamerikanische perren inParis. Der neulich hier arretirte Spanier heißt mit seinemvollen Namen Angelo de Vallejo-Miranda, und man hat ihnnicht aus den Gründen, die der Schutzmann angab, sonderndeshalb verhaftet, weil er sich in Versailles nur mit seinemVornamen und als spanischer Legationssekretär eingeführt,während er bei der spanischen Schuldencommission angestellt ist.In seinem Begleiter, der sein Bedienter sein sollte, erkannteman einen perrn Oswald, den Mitredacteur des uns sehr feind-lichen „Ganlois". Durch alle diese Lügen und Verstellungenhaben sich die perren der Spionage verdächtig gemacht. Ersoll ein Freund prims sein, was sich wohl damit reimen läßt,daß Stieber ihn gestern im Bureau als Hochstapler bezeichnete.*)
*) Man brachte den Patron später nach Mainz. Er gab hier sein Ehren-wort, nicht zu entfliehen^ um nicht genöthigt zu sein, das Gefängniß zu be-ziehen, Aber nach einigen Tagen lief er dennoch davon.