die jedesmal, wenn sie erschienen, begrüßt und bejubelt und von Hunderten vonNeugierigen gefolgt wurden. Unter diesen „Figuren" nahmen natürlich dieje-nigen, die dem Heldengenre zugehörten, den ersten Platz ein und unter diesen ragtewieder Monsieur Hitter als eigentlicher populairer Held hervor. Seine Er-scheinung gab gleich den ganzen Mann: corpulent, Heller Sommerrock, Leder-gamaschen, Jagdtasche und ein Chafsepot über die linke Schulter gehängt.Alles drängte sich an ihn und bestürmte ihn mit Fragen, wenn er von seinenJagdzügen zurückkehrte. Diese bestanden zumeist darin, kleine Trupps ausdem Hinterhalte zu überfallen, Proviantzüge wegzufangen, vor Allem aberdie preußischen Vorposten wegzuschießen. Er war dabei erfinderisch genug.Diese Art von Sport hatte nämlich bei der guten Deckung, die die Preußenin Löchern und Gräben, hinter Bäumen und Hecken zu nehmen wußten, ihreSchwierigkeiten und Hitter's Größe bestand darin, immer neue Mittel undWege zu finden, um die gut Geschützten aus ihrer Deckung hervorzulocken.Eines dieser Mittel bestand darin, alte Blechbüchsen, an denen inwendig einKlöppel, auswendig ein Draht befestigt war, Nachts in Nähe der preußischenVorposten auszustreuen und eben diese Büchsen bei Anbruch des Tages mitHülfe der Drähte in Bewegung zu setzen. Nun begann ein räthselhaftesKlimpern und Klappern über das Feld hin, das die Vorposten veranlaßte,aufzuhorchen und erst mit dem Kopf, dann mit dem Oberkörper aus derDeckung hervorzukommen. Das war der ersehnte Moment: Jetzt hatteHitter ein Ziel und feuerte seinen Schuß ab. Ob er viel getroffen hat, stehedahin. Es gab Leute, die der Ansicht lebten, er habe die Cernirungsarmeedecimirt. Franzosen sind sanguinisch, ganz besonders auf diesem Gebiet.Eine Thatsache ist es, daß selbst Bazaine gezwungen wurde, dieser Kriegfüh-rung auf eigene Hand seine Aufmerksamkeit zu schenken, wobei dahingestelltbleiben mag, ob er es nicht lediglich deshalb that, um die eigene rasch hin-schwindende Popularität durch Gunstbezeugungen gegen einen Volksheldenwieder zu gewinnen. Jedenfalls, wenn er diese Absicht hatte, scheiterte erdamit; Hitter weigerte sich, die ihm übersandte Decoration anzunehmen undals der Antrag wiederholt wurde, sagte er: gut, ich werde sie tragen, aberrückenabwärts.
Unsere Fouragirungs-Expeditionen.
Der Ueberfall von Peltre.
Mit Hülfe der Forts und kleinen Kämpfe glückte es fast nach allenSeiten hin , ein gutes Stück der unmittelbaren Umgebung von Metz wiederunser zu nennen: Gärten, Gemüse- und Wiesenland, von dem wir nunGras und Kartoffeln hatten.
Die Preußen schloffen uns nicht enger ein, sondern wir umgekehrt ge-wannen an Terrain. Sie hatten Anfangs Magny, St. Ruffine, Lorry, Meyund Nouilly inne, lauter Punkte, die wir nunmehr entweder besetzt hielten,oder doch beherrschten.
Das ermuthigte namentlich die Bürgerschaft, die im Uebrigen auch be-ständig davon träumte, den Prinzen Friedrich Karl gefangen nehmen zuwollen, auf größere Fouragirungen zu dringen. Wir wußten, die Preußenhatten in Remilly, Cvurcelles und Peltre große Vorräthe; diese in unserenBesitz zu bringen wurden in der letzten Woche des September verschiedeneExpeditionen in Scene gesetzt, die meist glückten und unter denen das „Un-ternehmen gegen Peltre" das interessanteste war.