28 Buch l. Ursprung des menschlichen Geschlechtes.
Buchstaben brachte 130 Jahre nach ihm der Phönicier Kadmus »nach Böotien, wo er bei Theben eben auch eine Burg aufrichtete.Buchstaben und Musik sind von Böotien ausgegangen; der größteDichter der Leier, ^ der vollkommenste Feldherr der Griechen ^ warenBöotier: gleichwohl wurde dieses Volk der Dummheit beschuldiget.Wußte es diese großen Männer vielleicht nicht zu schätzen! Die Er-findungen wurden von Andern vervollkommnet und besser benutzt.
Uebrigens ist merkwürdig, daß der Vater der Wissenschaften,Kadmus, der uns lehrte Gedanken verewigen, zu der Zeit nachGriechenland kam, als die Waffen Josna, des Feldherrn der Juden,die phönicischen Stämme an das Meer drängten, und nöthigten,in Colonien zu ziehen. Diese den griechischen Geschichtschreibernkaum bekannt gewordene That eines verachteten Volks war die ver-anlassende Ursache alles Großen, Scharfsinnigen und Schönen, wasdurch die Literatur bewirkt worden ist.
Auch den Wein brachten die Phönicier. Auch das Orakel zuDelphcn scheint ihr Werk. Dieser Tempel, über welchem die wahr-sagenden Eichen von Dodona in Vergessenheit kamen, wurde Mittel-punkt für die Völkerschaften der Griechen.
„Hellenes" nannten sie sich eigentlich, von Hellen, dem SohnDeukalions, eines thessalischen Fürsten, welchen eine Überschwem-mung zur Flucht auf den über Delphen liegenden Parnassus nöthigte.Hellen vereinigte mehrere Stämme; er war der Vater von Dor,der Großvater Ions, der Bruder Amphiktyons.
Dieser letztere, Lokriens Haupt, ^ errichtete in dem Gränzpaßzwischen Thessalien und Griechenland, in den Thermopylen, eineperiodische Versammlung bevollmächtigter Boten von eilf oder zwölf
' Auch waren Kadmonäer ein palsstintsches Volk.
^ PindaruS.
3 Epaminondas.
< Skdmnos der Chier; in llu<i8on Oeoxr. vel.