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Erste Band.
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102 Buch IV. Revolutionen von Dolon bis anf die Römer.

waren die Feste und Schauspiele prächtiger und mannichfaltiger,der Handel blühte; es war zu Athen ein Zusammenfluß lernbe-gieriger Fremden; diese Stadt war das Paris der alten Welt, wennman Paris in den besten Zeiten nimmt; der gute Geschmack warunter allen Volksclassen verbreitet. Es war die Frucht des Lebensso vieler Staatsmänner und Weisen, und der hohen Cultur derSprache. Auf den öffentlichen Spaziergänger:, in den Gärten desLyceums und der Akademie, war der Sitz eines fester», schönernReichs, als welches Waffen geben und nehmen.

Die Humanität erreichte ihre edelste Blüthe seit Sokrates, derzuerst wußte und bekannte, daß man über die Natur der Dingenichts weiß, und daß die Summe der Weisheit Selbstkenntniß ist.Von dem an wurde auf die Sittenbildung und ihre Humanisirungder höchste Werth gelegt, und auf nur scheinbar verschiedenen Wegenvon Epikur in seinen Gärten das höchste Menschenglück in: Wohl-behagen, in Zenons Hallet im Bewußtseyn der Tugend (welchesdie höchste Beruhigung in der That ist), von Diogenes in der Ein-schränkung der Begierden und Bedürfnisse gesucht. Man wollte aberhier nur bemerken, daß der Sieger am Aegos zwar die Herrschaft,nicht aber die Größe Athens vernichtete. Waffen und Glück ver-mögen nicht alles; ein aufgeklärtes Volk, das seiner selbst nichtvergißt, sichert sich einen von der Veränderlichkeit politischer Ver-hältnisse unabhängigen Werth.

Capitel 9.

Die Oberherrschaft der Lacedämonier.

y ^ Nachdem Athen gedemüthiget worden, beschlossen die Spartaner491—die Herstellung der griechischen Freiheit auf der asiatischen Küste.370. Lysander und andere Heerführer beförderten diese Unternehmnng,t Stoa.