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Buch VI. Die Republik Nom.
seinen durch Menschenkenntniß und bewunderungswürdige Geschick-lichkeit in der Wahl der Stellungen sebr merkwürdigen achtzehn-jährigen Krieg. Selbst Barbaren hatte Sertorius so eingenommen,daß Calagurri nicht eher übergeben wurde, als nachdem die Ein-wohner ihre Weiber und Kinder verzehrt hatten. Eben als er mitMithridates gegen das Vaterland gemeine Sache machen wollte,verrieth ihn Perperna, dessen er geschont, als er alle Andern, aufdie er mißtrauisch war, dem Tod übergab. Auch dem Mörderkostete seine That das Leben.
Nach Asien wider Mithidrates zog Lucullus; ein in friedlichenStudien gebildeter und seit mehreren Jahren von militärischen Ge-schäften entfernt lebender Mann, der die Grundsätze dieses Kriegs aufder Hinreise aus Büchern und Unterredungen lernte. Seine Thaten be-wiesen, daß einem an das Denken gewöhnten Kopf auch dieses gelingt.
In Italien wurden Consuln durch entlaufene Fechterschaarengeschlagen, und Licinius Crassus, indem er Crixus und Spartacus(ihre Heerführer) schlug, erwarb einen durch den Gegenstand schmäh-lichen, für die öffentliche Ruhe wichtigen Triumph.
Das frühe Glück des Pompejus war der Gegenstand öffentlicherBewunderung; noch kämpfte der junge Cäsar, ohne sich empor-schwingen zu können; Cato war durch Zeichen des Tyrannenhasses,die er als Knabe merken ließ, kaum erst bekannt.
Siege in Gallien, Jllyrien, Spanien, das Testament KönigsNikomedes von Bithynien, vergrößerten das Reich; Rom, in Wol-lüste sinkend, vergaß die erlebten Gräuel und reifte zum Untergang.Schon schwiegen die Gesetze vor der Präpotenz gewaltiger Männer;fortschreitender Unglaube vernichtete die gränzenlosen Hoffnungen,worin erhabnere Alte gegen den Reiz gemeiner Triebe Kraft gefun-den; Ehre, Anstand, Freundschaft wurden feil; verdorbene Bürgerentschuldigten alles durch vervielfältigte Bedürfnisse des immer uner-meßlicher» Luxus.