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Siebentes Buch.
Das römische Reich unter Kaisern, so lange die Formender Republik blieben.
Vor Christus 29 bis nach Christus 284.
Capitel 1.
Augustu s.
Nur eine große Anzahl mittelmäßiger und kleiner Staatenbringt viele große Männer hervor. Ein gewaltiges Reich verläßtsich auf die Stärke seiner Masse, die Menge der Hülfsquellen; seineGefahr scheint lange nur eingebildet; darum wird bloßes Verdienstselten hervorgezogen. Sobald aber zu Glück und Glanz unedlereMittel gleich sicher führen, so entnerven sich die Gemüther; baldfehlt dem Riesenkörper eine Seele. So zu Rom; als der Staatkeinen andern mehr fürchten zu dürfen schien, und der Spielraumder Parteien aufhörte, so erlosch die Art großer Männer. Diemeisten Cäsarn (sehr wenige waren des hohen Ranges würdig)fürchteten das Verdienst, welches Privatmännern eine unabhängigeGröße gab. Denn da kein Gesetz die Thronfolge bestimmte, warenedle Abstammung, Reichthum, Ruhm in Verwaltung der Würden,kluge oder großmüthige Ausweichung derselben, Beredsamkeit und