Cap. 7. Das alte Deutschland.
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„was sie wollen, und verlangen so viel ihnen erreichbar ist, trügt„scheinbarer Friede; Recht und Billigkeit sind Worte, die der Stärkere„deutet."
Aus diesen Sitten bildeten sich die Eroberungen. Krieger folg-ten schaarenweise den edlen Jünglingen; Chlodwig, als er Frankreichgründete, war kaum zwanzig Jahre alt. Statt Mahlzeiten undWaffen vertheilte er Güter; einer versicherte dem andern die Behaup-tung seines Looses (Allodium), alle die des gemeinen Wesens, daseben sich bildete.
Die Stärke der Schaaren war im Fußvolk. In Westphalenzeichnete sich tenchterische Reiterei aus; dort erbte der herrlichste Reiterdas meiste, besonders den Stall. Zu Fuß that es kein Stammden Hessen (Katten) vor. Diese im Katzenelnbogen'schen wohnhafteNation war mehr als alle anderen an Kriegeszucht und ordentlicheHandgriffe gewöhnt. Die Hessen waren nicht nur besonders groß,kraftvoll und unerschrocken, und nicht nur schreckten die martialischenZüge: sie hatten befestigte Lager; sie gehorchten strenger den Haupt-leuten. „Schlagen können alle," sagt also Tacitus, „nur die Hessenwissen Krieg zu führen." Uebrigens zeichneten sich die Schilde derBefehlshaber (Ursprung der Wappen!) durch glänzende Farben aus.Sie kannten keine andern Vertheidignngswaffen; genug, wenn derArm gesichert ist; er kann allem helfen. Wenige Vornehme trugenKüraß und Helm. Bei den Hessen mußten Jünglinge als Zeichender Dienstbarkeit eiserne Ringe tragen, bis ein erschlagener Feindbewies, daß sie die Freiheit verdienten. Den Bart pflegten sie nichteher abzuscheeren, bis genügsame Kriegesthaten ihre Mannheit er-wiesen; die Langobarden und andere Völker ließen ihn (wie dieAthenienser des Miltiades, wie vor den Scipionen die Römer) alle-zeit wachsen. Unter den Angriffswaffen war ein Pfeil furchtbar,der wie ein Pfriem in eine scharfe Spitze endigte, im Stoß gleichschlimm, wie im Wurf. Auch hatten sie Lanzen. An ihren Pferden