Cap 7. DaS alte Deutschland.
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fordern keine Aufopferung) seyn mochte; Hermann überlebte tausendminder glänzende Namen. Wie begeistert mochten die Schaaren seyn,wo der Heerführer sich so groß zeigen mußte um bemerkt zu wer-den ; wo seine Kriegsgesellen wetteiferten, einer vor dem andern sichauszuzeichnen; wo jeder Stamm nicht nur um den Sieg des Tages,sondern um das einige vor Einführung der Reichthümer wichtigeGut, um den Vorzug im Kriegesruhm, vor allen übrigen Stämmenstritt! Und wenn man dazu nimmt, wie schändlich es schien denHeerführer ungerochen zu überleben; und die Wunder der Freund-schaft, welche ein um so lebhafteres, um so untilgbareres Gefühlwar, als die Aufmerksamkeit des Herzens nicht, wie in der Civili-sation, durch viele Gegenstände zerstreuet wurde.
Hohe Staturen, blaue Augen, rothe Haare und Bärte be-zeichneten diese nordischen Männer; zur Kriegesthat unermüdet, warensie für sitzende Gewerbe träg; sie litten geduldiger Hunger als Durst,geduldiger die Kälte als die Hitze des Tages. Städte verschmähet«:sie als Zuslnchtsörter eines furchtsamen, und Raubhöhlen eines treu-losen Volks, verbrannten sie in Landen ihrer Eroberung, oder ließensie verfallen, und waren Jahrhunderte, ehe sie ihre Flecken mitMauern umringten. Zerstreuet, wie im Alpengebirge, lagen dieHütten der Flecken am Bach, oder an der Quelle, oder am Wald,oder mitten auf dem Gute; denn jeder Bauernhof machte Ein Ganzes,um ihn weidete das Vieh, oder (wo Feldbau üblich war) ackertenWeiber und Knechte. Die Teutschen waren sehr wenig bekleidet;Gewohnheit diente für Pelzwerk; Thierhäute, der Ruhm ihrer Jagd,bingcn von der Schulter des Kriegers; die Weiber trugen wolleneRöcke, worein sie zierlichere Flecke von mauuichfaltig glänzendenHäuten oder Federn stickten. Es schien eine Sittenverderbniß, alslange nach diesem Mannskleider aufkamen, welche, eng anliegend,alle Theile des Körpers zu genau ausdrückten. Die Arme, auchder Weiber, waren'beinahe nackt; und lang verbargen keine Hüte