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Vierter Band.
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12 Buch XXII. Frankreichs Uebergewtcht in Europa.

abhängen, welche Schwedens rohe Producte verarbeitet wieder ein-führten: Teutsche und Holländer deren Fleiß und Mäßigkeit Bei-spiel werden sollte, wurden zu Ansiedelungen bewogen. Doch wurdeSchweden in solchen Dingen nie so eminent, wie im Waffenruhm:Holland hatte eine zu entschiedene Oberhand, und unversehens er-warb England unter allen Handelsstaaten den obersten Rang.

Diese Dinge trugen sich unter der Königin Christina zu. Siewar die Thronerbin Gustav Adolfs; ihre Nation war in der Ein-falt militärischer und landmäßiger Sitten groß, durch Tugend ge-waltig, ehrwürdig in Vaterlandsliebe: nicht abgerichtet für glänzendeLustbarkeiten nach dem Geschmack der jungen Königin. Aus Langer-weile oder Begierde sich auszuzeichnen, faßte Chrislina den Entschlußdie Regierung niederzulegen. Vergebens baten die redlichen Daten,n. Chr. daß sie sich gefallen lasse, „ferners das Vorroß zu seyn;" sie wurde1654. katholisch, um in Rom zu leben. Fünfund dreißig Jahre lebte sienach diesem, ihr unruhiger Geist machte ihr jede Lebensart in dieLänge lästig; Ordnung und Mäßigung schienen der geistvollen Frauimmer unwichtig.

Auf den Thron ihres Vaters stieg der Sohn seiner Schwester,Karl Gustav, Pfalzgraf zu Zweibrücken-Kleeburg. Zwei Schlösser,ein Flecken, zehnthalb Dörfer waren sein väterliches Erbe, und ererschütterte den Norden. Johann Kasimir Wafa, König von Polen,protestirte gegen seine Thronbesteigung; der König von Dänemark,Friedrich lll., hielt den Augenblick für günstig, wieder zu erobern,was sein Vater verloren hatte. Der junge Held ging aus vonSchweden, vertrieb den polnischen König, belagerte Kopenhagen,ergoß sich wie ein unwiderstehbarer Waldstrom über die Länder sei-ner Feinde und eroberte die fruchtbaren, höchstwichtigen ProvinzenBahus, Blekingien, Schonen und die Insel Rügen. In dem Frie-den zu Roschild und Kopenhagen entsagte Friedrich diesen Ländern,und Johann Kasimir war getröstet, in den Traktaten von Oliva