178 Buch XXIII. Theresia, Friedrich uud Nordamerika.
Leibwache in Mißtrauen war, wurden die Regimenter von Süder-mannland und Upland nach Stockholm berufen. Dem König wurdeangedeutet, er soll seine Brüder zurückmahnen, und sich selbst nichtentfernen. Ein Schreiben des Herzogs von Südermannland fielin die Hände des Grafen Kalling; dieses erlaubte keinen fernernZweifel über die Verständniß noch über die revolutionäre Absichtder Prinzen. Der Senat saß die ganze Nacht, und soll beschlossenhaben sich der Person des Königs zu versichern. Den folgendenTag wurde er in den Senat geladen; er kam, aber die Leibwachewar zu Vollziehung der von dem König beschlossenen Dinge bereit.Im Senat fing Gustav an zu beklagen, daß so vieles ohne seinVorwissen geschehe; der Senat beklagte, daß ihm eben so wenig dieeingehenden Depeschen mitgetheilt würden. Der Wortwechsel wurdelebhaft, als plötzlich der Senat von allen Seiten umringt und ge-fangen genommen wurde. Diesen Dienst hatte der Garde-Obristversagt; er übergab dem König seinen Degen mit den Worten:„Auch ich bin Euer Gefangener, aber in der Zuversicht, bald Euer„Richter zu seyn." Vergeblich rief der Stadtcommandant die Bürgerin Waffen als für die Freiheil. Sie hielten die Aristokratie nichtfür die Freiheit. Sie, die Garnison, die Leibwache, das ganzeschwedische Volk wurde in Manifesten belehrt, „es haben Plane ob-gewaltet, wodurch König und Nation der Gewalt weniger Großen„hätten unterworfen werden sollen; der König wolle für die wahre„Freiheit sorgen, die in seinen Augen das edelste Gut sey." Denfolgenden Tag schwur Stockholm; nur wollte die erste Magistrats-person sich nicht hiezu entschließen.
Der Reichstag wurde versammelt; die Garnison und Gardeumgaben das Haus; der König im Ornat, und der Krone, mitGustav Adolfs silbernem Hammer in seiner Hand, erschien, tratauf und redete: von der Gefahr der Parteiungen, von der Tyranneider Aristokraten, von dem Fluch, den sie auf das Land bringe