Band 
Vierter Band.
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190 Buch XXUl. Theresia, Friedrich und Nordamerika.

Großbritannien beherrschte mit einem Arm die Ufer des Ohio,mit einem die des alten Ganges, und die Meere. Cook und Mul-grave gingen aus, neue Welten zu suchen. Auf die Freiheit ge-gründet, durch Waffen und mehr noch durch Gesetze berühmt, derGegenstand allgemeiner Bewunderung und der Eifersucht der mäch-tigsten Nationen, schien Manchem so ein Reich kaum zerstörbar. Ebendieses Reich wurde in wenigen Jahren dahin gebracht, daß nurseine Standhaftigkeit im Unglück bewunderungswürdig schien: fastwie der große Cäsar, sobald er unter den Mördern seinen SohnBrutus entdeckte, sich in seinen Mantel hüllte, um anständig zufallen. Die großbritannische Macht löste sich selbst auf; Völker, inihrem Schooß erzeugt, verschmaheten ihr zu dienen, weil sie inihrem Schooß erzeugt waren.

Obschon der Friede die Nationen beruhiget hatte, obschon dieFranzosen vom festen Lande in Amerika vertrieben waren, undLudewigs XV. unordentlicher Hof nicht furchtbar seyn konnte, errich-tete die englische Regierung in Amerika permanente militärische Machtunter einem en Okek eommandirenden Feldherrn. Dieses Heerunterstützte die vollziehende Gewalt. Eben diese brachte durch aus-geworfene Gehalte die Richter in ihre Abhängigkeit. Hiedurch erschiensie Freunden der Freiheit furchtbarer, als sie verfassungsmäßig seynsollte. Wenn man die menschliche Eitelkeit bedenkt, und wie wenigoft freie Männer, wenn sie in Geschäfte kommen, mit angenomme-ner Würde die nöthige Popularität zu verbinden wissen, so ist be-greiflich, daß in Amerika mehrere Gouverneurs mißfielen, und mitRecht oder Unrecht für drückend gehalten wurden. Die Ministerselbst, weil sie etwa keine Furchtsamkeit verrathen wollten, schienenVorstellungen der Amerikaner keiner sonderlichen Achtung zu würdi-gen, beantworteten sie nicht oder hart. Um diese Zeit entstandeniu Amerika Parteiführer, welche der Nation den englischen Stolzauf das bitterste fühlen machten.