durch seinen eigenen erfahrungsreichen Geist, als durch dieköstlichen Urkunden belehrt, die er aus dem HannoverischenArchiv an's Tageslicht gebracht hat. Die geheime Ge-schichte des Kriegs, die wichtigsten Fragen, z. B. wases mit der Wallenst ei nischen Erwerbung Mecklen-burgs eigentlich für eine Bewandtniß hatte, und welcheandern Plane damit in Verbindung standen, kommendurch dieses Werk erst zur Erledigung. Der Stoff istüberreich, die Darstellung dürfte etwas lebhafter ge-wünscht werden. Dieß ist jedoch ein kleiner Fehler,der eine Tugend zur Grundlage hat; denn eine reinnach Urkunden gemachte Schilderung, nimmt nur allzuleicht eine trockene Farbe an.
Noch muß ich Einiges über meine Vorgänger, dieandern Biographen Gustav Adolphs sagen. DesEngländers W. Harte's Werk hat Spittler in sei-ner kraftvollen Manier kurz und wahr so bezeichnet:(Entwurf der Geschichte der europäischen Staaten, II.488.) „Nur der Name eines Engländers konnte einemsolchen Machwerke Credit verschaffen." Die Arbeit die-ses hochkirchlichen Priesters trägt ganz den Stempelseines Gewerbes; es ist eine Art langweilige, abge-schmackte, mit falschem Schimmer von Gelehrsamkeitdurchwirkte Leichenpredigt, dabei voll der gröbsten Lü-gen; denn Harte hat in der Regel nur die schlechte-sten und ungenauesten Quellen benuzt, nicht anders, alshätte ihn sein Instinkt immer zu dem Verkehrten Hin-getrieben. Mauvillons Schrift ist, 'wie Spittlermit Recht bemerkt, weit besser; er befaß treffliche Ma-terialien aus den schwedischen Sammlungen, die ihmArkenholz verschaffte; im Uebrigen kann man ihmkeinen besondern Scharfsinn nachrühmen, er hält sichso ziemlich auf der breiten Mittelhöhe teutscher Geschicht-schreibung, was kein großes Lob ist. Ich habe Nichts