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Drama.
O Drama, dunkler Spiegel, d'rein das LebenSich anblickt, um sich selber zu erkennen,
Du bist ein Ziel; den Deinen mich zu nennenBegehrt mein Herz mit seinem besten Streben!
Doch wieder dünkst du mir zu schwer zu heben,Du Zauberglas, in welchem Lichter brennen,
Daß Bild nicht mehr von Wirklichkeit zu trennen,Und zu dir schreitend, fasset mich ein Beben.
Dein großer Bau ist nur ein Werk für Riesen,Wie ich dich fass' in meinem dunkeln Dränge,Und keinen Gipfel seh' ich über diesen:
In einem ehernen Triumphgesange
Sei hier das Leben durch sich selbst gepriesen
Und sei verklärt in seinem Untergänge.
Ein Ziel.
Willst du das Herz im Busen dir erweiternUnd zeigen auch, wie hoch du schon gestiegen:Versuch' es, über großen Stoff zu siegen,
Nur so darfst du dich zählen zu den Streitern.
Im Gartenteich wird nie ein Schiffer scheitern,Im kleinen Liede kein Poet erliegen,
Doch einmal muß es heißen: Kannst du fliegen?Zum höchsten Ziele führen keine Leitern!
Nimm unsrer Weltentwicklung ew'ge Fehden,
Den Kampf des neuen Glaubens mit dem alten,Und zeige die Berecht'gung eines jeden.
Verkörp're dies in lebenden Gestalten,
Und hörten wir daraus den Weltgeist reden —Dann wollen wir dich für den Rechten halten.