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Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
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1 88 StaatsgeschichLe von einem

hielten dafür, daß die öffentliche Handlung, welche ihrenStaat bevestigen und der Republik die völlige Soüve-rainete ertheilen sollte, nicht eher alle ihre rechtsbestandigeKraft haben würde, als wenn sie ein Stück von der gan-zen Sammlung derjenigen, welche die neue Einrichttingvon Europa einführen sollten, ausmachte; als wenn sieauf eben denselbigen Gewährleistungen beruhet?. Seitdem ihr Stillstand mit Spanien im Jahre 1621 zu En-de gegangen, hatten sie alle Gelegenheiten ergriffen, sich»nit den Feinden lind Misgönftigen des Haußes Oester-reich zu verbinden; sie hatten gesucht, gemeine Sachewider die beiden Linien und ihre Bundsgenossen zumachen,um es dahin zu bringen, daß man sie als eine Hauptpartheybetrachten müßte, wenn es künftig einmal zu einer Frie-denshandlung kommen würde; und es schiene, als wennsie dieses mehr als alles andere befürchteten, es wogtenihre Sachen durch andere Machte nur auf eine bloss Pri-vatstreitigkeit mit Spanien heruntergesetzt werden. Mansahe sie an dem clevischen Succeßionshandel Antheil neh-men; nicht sowol in der Hoffnung, durch die besten Platzedieses Herzogthums ihre Grenzen zu Venvahren, als, umsich etwas mit dem Kaiser und dem Reiche zu schaffen zumachen. Als der König von Dannemark s), das Hauptdes protestantischen Bündnisses in Sachsen, durch Fer-dinands siegreiche Waffen in die Enge getrieben wurde,waren sie die ersten, die auf eine Allianz zur Unterstützungder Verbindung drangen. Ihre Gesandten zu Paris undLonden trieben diese Ligue so eifrig, als wenn die Wohl-fart der Republik darauf berührte. Als Carl der Iauf den grosbritannischen Thron kam, verlangten sie vonihm einen neuen Unionstraktat wider das Haus Oester-reich; und der, so zu Southampton den 17 Oktoberunterzeichnet worden, versprach die Kriegsrüstung der imBündnisse begriffenen Theile bis zu Ende des Kriegesmit Spanien, bis zur Wiederherstellung des Churfürstenvon der Pfalz. Mit eben so grossem Eifer suchten sie den

Car-

-) im Jahr 1625.