2Z8 Staatsgeschichte von einem
gezogen, weil er gehofft, das Geheimnis dieser Partheyvon ihm heraus zu locken. Aber der PensionariuS warihm allzusehr überlegen. Seine vorzüglichste Gabe be-finde darinnen / die Gemüther so zu bearbeiten, daß ersie nach seinem Willen lenken konnte. Bald überredetesich Moritz, daß dieser gesetzte Republikaner die Fortse-tzung des Krieges so sehr, als er selbst, wünsche; und,welches man kaum glauben wird, seine Hoheit überließsich gänzlich dessen Rathschlägen, was die Wahl der dar-zu dienlichen Mittel betrifft. Auf das Wort seines ge,sährlichften Feindes zweifelte der Statthalter nicht, daß er,wenn er sich stellte, der Friedenshandlung beytretten zuwollen, Heinrich den IV zu einer viel genauern Verbin-dung mit der Republik, um den Krieg fortzusetzen, würdebringen können; und so nahm er Theil an den Zusammen-künften und Berathschlagüngen. Barneveld gab ihm zuverstehen, daß, wenn man eine sehr grosse Berechnung derKriegsunkosten machen würde, man von dem Königedesto beträchtlichere Hülfsgelder würde ziehen können, under ließ dem ^Monarchen eine so übermäßig starke Rechnungeinhändigen, daß seine Majestät über die Kosten, woreinihn der Krieg bringen würde, erschrack, und deswegen zurBewirtung eines Stillstandes alle mögliche Förderungthat. Der Statthalter merkte es zu spat, daß ihn seinRathgeber betrogen. Die falschen Beschuldigungen, da-mit er ihm wehe zu thun suchte, der Verdacht der Verra-therey , darein er ihn bey andern zu bringen trachtete, dieanzüglichen Predigten der Geistlichen, hatten keine andereWirkung, als eine neue List von seiner Seite. Eben so,wie zur Zeit Leicesters, verlangte er von den Staaten sei-nen Abschied, ohne daß er im Ernste denselben zu erhaltengewunschen hätte; und da er sich das Ansehen gab , alswenn er seiner Neigung Gewalt thäte, daß er sein Amtbehielte, so knüpfte er das alte Band des guten Ver-trauens , so die Provinz auf ihn setzte, nur noch vester.Weil er durch das Ansehen und das Geld des Königs inFrankreich, welchen er eben so glücklich, als den Statthal-ter,