248 StaaLsgeschichte rc. V. Capitel.
gnügen eine neue Gewährleistung der öffentlichen Freyheitzu seyn schienen. Seine hitzigsten Anhänger unterstun-den sich nicht mehr den Vortrug zu thun, das? man ihmdie Souverainete auftragen sollte; und er selbst war, umsich nicht zn überzeugen, daß er den Pensivnarius unrecht- 'mäßiger Weise unterdrücket hatte, genöthigt, solche we.ternicht zu begehren. In den sechs Jahren, die er noch !<H,te, unterstünde er sich nicht, an seinen Entwurf die letzteHand zu legen.
Friederich Heinrich sein Bruder, der ihm in allenseinen Würden folgte, wurde im Verdacht gehalten, daßer ein Verständnis mit der republikanischen Parthey ha'te.Vielleicht diente dieser Verdacht eben so sehr, als^semenatürliche Gelindigkeit, darzu, daß er wenigstcnS denSchein der Ruhe wieder der Uepublik verschaffte. DieProvinzen waren im Krieg mitSpan.en verwickelt, wah-render Zeit seiner Statthalterschaft; und er dienre ihnenmit vielem Ruhm. Wenn er nicht allezeit mit dem An-sehen, welches sie ihm zugestunden, zufrieden war, soschaffte er sich dafür Recht durch eine gelinde und einneh-mende Staatskunst. Sonst aber forderte er nickt mehrvon ihnen, als sie ihm zugestehen konnten, ohne ihre Frey-heit in Gefahr zu setzen. Seine Statthalterschaft warruhig, und man führet sie an als die aUerzlanzendste Zeitdieser Würde. Und wirklich, die Vorrechte, die er aufsei-nen Sohn brachte, würden diesem jungen Prinzen einGenüge gethan haben, wenn seine Räthe ihn gelebret hät-ten, wie er dieselben immer fortdaurend machen könnte,
und daß die Freyheit der Provinzen ihm nichtmehr erlaubte.
Sechstes