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Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
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-94 Staatsgeschichte von einem

daß er eine Ursache, Spanien zu bekriegen, eben so sehewünschte, als der Cardinal sich bestrebte, ihm dieselbe zuverschaffen; und daß er sonst nichts, als dieses wünschte.Die Artikel waren unbestimmt, und sehten weder dieGröße des gegenseitigen Beystandes, noch die Beschaf-fenheit, oder Zeit der beiderseitigen Verrichtungen vest.Es war vielmehr eine Formel freundschaftlicher Erbie-tungen, als ein Allianztraktat 6). Aus der SorgfaltCromwels, die vereinigten Niederlande ohne ihre Ein-willigung mit darinnen einzuschließen, kann man erra-then , daß er sie dadurch bey Spanien verdächtig ma-chen , und mithin um ihre Handlung bringen wollen; sowie er auch dadurch Spanien des Beystandes, welchenihm jene hatten leisten können, beraubte, indem er sichdas Recht verschaffte, ihnen ein Verbrechen daraus zumachen. Mazarin brachte zuwege, daß vielen von sei-nen Feinden, welche sich in diese Insel geflüchtet hatten,der Schuh aufgesagt worden; und er nöthigte Carln denII, nebst den englischen Lords, welche sich an sein Schick-sal verbunden hatten, seine Zuflucht ausserhalb Frankreichzu suchen. Das war es alles, was dieser erste Traktatwirkte. Cromwel wollte sich nicht enger mit Frankreichverbinden , bis er alles dahin eingerichtet hätte, sich zumKönige erklären zu lassen, und mithin die vertrautesteVerbindung mit dieser Krone ihm nöthig seyn würde, umsich den Thron von den andern Mächten zuerkennen zulassen.

tz. 2. Cromwels Charakter und Regierung.

Es ist etwas seltnes, wenn grosse Geister sich bis andas Ende ihres Laufs gleich bleiben. Nachdem sie ihrVorhaben vollzogen, so haben ihre grossen Leidenschaftenkeine Nahrung mehr, und daher verringern sie sich, undwerden bey kleinen Dingen müd und träge; die Fertigkeit,alles, was sie wollen, mit grosser Heftigkeit zu wollen,

macht,

t) kecueiläes'rrsitös. Dill.