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Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
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Jahrhundert, ix. Capitel. 33z

den vom Jahre 1646 erneuerten, und machten, daß dirFlotte sich wieder in die Hafen der Republik begab.

Johann Casimir hatte in seinem Unglücke doch nocheinige Hülfsmittel gesunden. Der Haß und die Verach-tung seiner Unterthanen hatten dem Mitleiden Platz ge-macht; und diese letztere Empfindung säumte nicht, ih-nen ihren Fehler zu erkennen zu geben. Diejenigen, wel-che das Vaterland oder die Freyheit liebten, merkten, daßsie eines so wohl als das andere der Willkühr eines Ero-berers überließen, der sie weiter nicht schonen würde, alsnur so lange er ihre Geduld brauchte, um sich in seinerEroberung zu bevestigen. Diejenigen, welche sich ihmmit der größten Hitze ergeben hatten, waren die ersten,die wieder zu ihrem Könige umkehrten. Es entstundenallerley Conföderationen zum Behuf des flüchtigen Mo-narchen. Der Adel gieng Rottenweise zu Felde, und dieseRotten verstärkten sich immer mehr, und hielten sich zu-sammen. Einige schwedische Posten wurden abgeschnit-ten und überwältigt. Carl Gustav wurde von seinen vor-nehmsten Anhängern verlassen; und er hatte keinen an-dern Vortheil für die Eroberung des Königreichs, als die-sen , daß er mit seiner Armee in dasselbe eingedrungenwar x). Hätte der Churfürst von Brandenburg sich un-ter diesen Umständen nach dem vielfältigen Anhalten derHolländer richten wollen, so würde Carl Gustav vomGlück zu sagen gehabt haben, wenn er nur die Freyheit,sich zurückezuziehen, erhalten hätte. Aber er fürchtetesich vor dem Unwillen Casimirs und des polnischen Adels,welche ihm ihr Unglück beymassen. Auch besorgte ernoch, es möchte der Czaar, der seine Eroberungen in Li-thauen immer höher trieb, sich auch an sein HerzogthumPreussen machen wollen. Dergestalt, daß er mehr Si-cherheit für sich dabey zu finden glaubte, wenn er seineVerbindungen mit dem Könige von Schweden noch ve-

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») Puffendorf rer. Dräns. I. VI. Eben derselbe Vit.'Lsr.

6uü. 1. M- Aitjeina eben daselbst.