344 Staatsgeschichte von einem
Es ist wahrscheinlich/ daß dieser Rath so geheimnicht gehalten worden / daß nicht der König von Schwe-den davon hatte Nachricht bekommen sollen. Auf einmalschiene er wegen Schonen unruhig zu seyn; und ließ seineTruppen gegen Copenhagen zu marschiren / schickte aberunterdessen seinem Residenten in dem Haag Befehl zu /eilten Vergleich mit den Generalstaaten eifrigst zu betrei-ben /). Die Mittler begaben sich eiligst zu ihm / ihmihre Unruhe über diese unvermuthete Veränderung zu be-zeugen. Sie merkten seinen Verdacht, und glaubtenihm denselben zu benehmen, wenn sie sich zu Gewährs-leuten wegen der Aufrichtigkeit Friederichs angäben. Siebildeten sich ein, ihn überredet zu haben, weil er nach Zu-rückberuffung seiner Truppen ohne einzige Vorsicht in demSchlosse Friedrichsburg sich in die Gewalt seines Feindeslieferte. Allein es ist weit wahrscheinlicher, daß er sichnicht mehr vor einem Anschlage fürchtete, hinter weichener schon gekommen war; oder, daß er, um zu verhindern,daß der König in Dänemark nicht wieder auf denselbenverfallen möchte, für nöthig erachtete, sich ganz sicher an-zustellen , nachdem er einmal zu erkennen gegeben, daß erdenselben entdeckt habe. Man giebt zu, daß er bey derZusammenkunft zu Friederichsburg gemecket, daß sich Frie-derich Gewalt anthue, um durch eine verstellte Freudeseinen Verdruß und seinen Unwillen zu verdecken. Manläugnet nicht, daß die dänischen Ministers und OfficiersDrohungen und allerley auf eine Rache zielende Redenhaben fallen lassen. Man thue auch hinzu, daß van Deu-tungen eine unumschränkte Gewalt über den Johann vonWitt gehabt, und daß die Generalstaaten, nachdem sievom rothschildischen Frieden Nachricht erhalten, eine Hülfevon 6o6o Mann für Dänemark beschlossen , nebst ei-ner Flotte von zwanzig Schiffen für das balthische Meer;und man wird nicht zweifeln, daß Carl Gustav nicht sollte
aus
/) IVlem. (Aev. (le lerlon. Aitrema, III Theil,
XXXVM Buch.